Heute möchten wir uns mit einem der aktuellen Spitzenmodelle aus dem Hause Lian Li befassen. Es handelt sich dabei um das Gehäuse mit der Bezeichnung A77FA. Was der Käufer für den fürstlichen Preis von über 300€ bekommt und wie es um Alltagstauglichkeit und Qualität bestimmt ist, soll der folgende Test zeigen.
Für eine Seite wie Casecenter ist es Alltag dass Paketdienste an der Tür klingeln um mal wieder ein neues Gehäuse anzuliefern. Beim A77FA war es zum ersten Mal soweit, dass uns der freundliche Postbote darum gebeten hat, ihm beim ausladen der Kiste behilflich zu sein. Entsprechend eindrucksvoll ist dann auch die Verpackung ausgefallen. Um sie mit einem Wort zu beschreiben, sie ist groß, sehr groß um genau zu sein. Der robuste Karton kommt im typischen Lian Li Design daher, schlicht und elegant lautet die Devise. Die wertvolle Fracht wird auf ihrer Reise durch zwei Formteile aus Styropor und einem ausgesprochen robusten Kunststoffsack geschützt.
Hat man das A77FA erst einmal aus seiner Verpackung befreit, ist man doch erst etwas irritiert wie klein der Inhalt auf den Betrachter wirkt. Damit keine Missverständnisse aufkommen, das Case ist ähnlich groß wie das kürzlich von uns getestete ATCS 840. Der Unterschied liegt darin, dass man dem Cooler Master Gehäuse seine Größe auf den ersten Blick ansieht, während das Lian Li fast schon zierlich wirkt. Der Hersteller hat mittlerweile seine eigene unverwechselbare Formensprache geschaffen. Wer einmal ein Lian Li Gehäuse gesehen hat und sich das minimalistische Design einprägen konnte, wird ohne größere Probleme auch jedes andere Modell der Taiwanesen erkennen.
| Technische Daten | Lian Li A77FA |
|---|---|
| Tiefe (mm) | 590 |
| Breite (mm) | 220 |
| Höhe (mm) | 572 |
| Gewicht (kg) | 9,2 |
| Mainboard Formfaktor | µATX, ATX, E-ATX, CEB |
| Material | Aluminium |
Lediglich 9,2 kg bringt das A77FA auf die Waage, das ist für einen ausgewachsenen Full-Tower extrem leicht. Auch an dieser Stelle möchten wir zum Vergleich auf das von uns getestete ATCS 840 von Cooler Master verweisen, dieses wiegt bei ähnlicher Größe gut 4 kg mehr.
Eine im Innenraum fixierte Pappschachtel beherbergt das komplette Zubehör. Dieses umfasst im Einzelnen:
Als Montageanleitung legt Lian Li dem Gehäuse ein Faltblatt in der Größe einer Tageszeitung bei. Hier werden kurz und bündig, u.a. auch in deutscher Sprache, die zum Zusammenbau nötigen Schritte anhand vieler Bilder erklärt. Offene Fragen sollte es nach dem Hinzuziehen der Anleitung nicht mehr geben.
Lian Li typisch besteht das A77FA komplett aus Aluminium. Die sachlich gestaltete Frontpartie hat ganze zwölf Schächte im 5,25" Format. zu bieten. Jede einzelne der entsprechenden Blenden ist gelocht und verfügt über einen eigenen Staubfilter.
Selbstverständlich kann auch beim A77FA die Front abgenommen werden, wobei sich der abnehmbare Teil auf den Rahmen beschränkt der die 5,25" Schächte umgibt. Die Blenden selbst, werden direkt am Chassis eingeklemmt.
Direkt unterhalb des Deckels wird nach Demontage der Front die integrierte Lüftersteuerung sichtbar. Bis zu zu drei Lüfter können hier Anschluss finden und mittels Schalter in ebenso vielen Stufen geregelt werden.
Wie bereits erwähnt, verfügt das Gehäuse über zwölf 5,25" Schächte, davon sind ab Werk bereits neun durch Festplattenkäfige belegt. Insgesamt gibt es gleich drei dieser Käfige, ein jeder davon verfügt über einen eigenen 120 mm Lüfter. Da man bei Lian Li offensichtlich eine Schwäche für die Zahl Drei hat, verwundert es dann auch nicht weiter dass das Fassungsvermögen pro Käfig exakt bei drei Festplatten liegt.
Die Befestigung der Platten erfolgt ohne die Zuhilfenahme von Werkzeug, es müssen lediglich vier spezielle, mit einem Gummiring versehene, Rändelschrauben in den Datenspeicher eingedreht werden. Danach kann die Festplatte einfach in einen der Käfige eingeschoben und mit dem vertikalen Sperrriegel fixiert werden.
Lian Li hat das Frontpanel im vorderen Bereich des Deckels griffgünstig platziert. Eine kleine Klappe aus Aluminium sorgt dafür dass die Schnittstellen nicht mit der Zeit zustauben. Im Einzelnen hat das Case die folgenden Anschlüsse zu bieten:
Die kurze Auflistung zeigt bereits eine Besonderheit des A77FA: Als eines der ersten Gehäuse verfügt es bereits über USB 3.0 Schnittstellen im Frontpanel. Nicht so gut gefallen hat uns, dass die USB Ports zu dicht beieinander liegen. Steckt man z.B. einen ausladenden UMTS-Stick in eine Schnittstelle, wird der zweite Anschluss gleich mit blockiert.
Rechts neben den Frontanschlüssen befinden sich der Power- und Reset Button, beide Taster bestehen ebenfalls aus Alu. Sie sehen nicht nur hübsch aus, sondern sind auch echte Handschmeichler.
Im hinteren Bereich des Deckels sind zwei, aus feinem Lochblech bestehende, Lüftungsgitter eingelassen. Darunter befinden sich zwei 140 mm Lüfter, die darauf warten die erwärmte Luft aus dem Innenraum zu schaufeln.
Beide Seitenwände kommen komplett ohne Belüftungsöffnungen aus, befestigt werden sie mit jeweils drei Rändelschrauben.
Das Heck das A77AF hat neben einem 120 mm Lüfter auch zwei Schlauchdurchführungen zu bieten. Ein weiteres Mal findet das Netzteil, entgegen der ATX-Spezifikation, seinen Platz auf dem Boden. Acht Slots für Expansionskarten bieten auch für umfangreiche Konfigurationen ausreichend Raum.
Auf der Unterseite zeigt sich der Lufteinlass für das Netzteil. Damit der Staub außerhalb des Gehäuses bleibt, hat Lian Li einen feinmaschigen Staubfilter angebracht. Leider kann der Filter, durch seinen Klippsverschluss, nur abgenommen werden wenn das Case auf der Seite liegt. Die Standfüße des A77FA bieten einen ausreichend sicheren Stand, die dünne Gummiauflage gewährleistet eine rudimentäre Entkopplung und schont empfindliche Bodenbeläge.
Das eingesetzte Material wird dem hohen Preis durchaus gerecht, alles sieht nicht nur hochwertig und edel aus, sondern es fühlt sich auch so an. Die Passgenauigkeit lässt ebenfalls keine Wünsche offen.
Im Inneren des A77AF geht es, wie nicht anders erwartet, sehr geräumig zu. Direkt ins Auge sticht dabei eine vertikale Strebe auf Höhe des Mainboardträgers.
Primär dürfte die, mit zwei Rändelschrauben befestigte, Verstrebung dazu dienen die Verwindungssteifheit zu erhöhen. Die ist nämlich nicht besonders hoch ausgefallen. Es genügt ein fester Griff an Front und Heck um dem Gehäuse unfeine Knarzgeräusche zu entlocken, ein nicht ungewöhnliches Phänomen bei großen Aluminiumgehäusen. Der erwähnten Strebe hat Lian Li aber noch eine weitere Funktion mit auf den Weg gegeben. Durch einsetzen kleiner Plastikklipps mutiert sie zu einer Halterung für Erweiterungskarten. Die Praxistauglichkeit dieser ungewöhnlichen Konstruktion werden wir uns später noch genauer ansehen.
Neun der insgesamt zwölf 5,25" Schächte sind schon mit den bereits ausführlich beschriebenen Festplattenkäfigen belegt. Die verbleibenden drei Schächte sind für optische Laufwerke oder andere dem Formfaktor entsprechende Geräte vorgesehen. Der regelmäßige Casecenter-Besucher wir den eingesetzten Befestigungsmechanismus bereits von anderen Lian Li Gehäusen kennen, es handelt sich dabei um linksseitig angebrachte Plastikhebel die einer Abdeckung aus Alu versehen sind. Ist das Laufwerk erst einmal in einen der Schächte eingeschoben, soll es in der Theorie durch das Umlegen des besagten Hebels fixiert werden. Praktisch funktioniert diese Methode aber nur leidlich, unser Testlaufwerk sitzt ausgesprochen locker in seinem Schacht und kann ohne Probleme hin und her bewegt werden. Wer sich damit nicht abfinden will, kann auf der rechten Seite mit bis zu vier Schrauben der Wackelei ein Ende bereiten.
Der Mainboardträger verfügt über einige Öffnungen die dem Nutzer dabei helfen sollen die Kabel effektiv zu verlegen. Eine weitere befindet sich auf Höhe des CPU-Kühlers und kann dazu genutzt werden, Kühler mit Backplate zu montieren ohne dass dabei das Mainboard ausgebaut werden muss.
Um die im Betrieb erhitzte Luft möglichst schnell abführen zu können, hat Lian Li im Deckel zwei langsam drehende 140 mm Lüfter montiert.
Am Boden befindet sich ein kleines Podest auf dem das Netzteil später aufliegen soll. Die Auflageflächen sind dabei mit dünnen Gummimatten versehen, damit eventuell aufkommende Vibrationen nicht an das Chassis weitergeben werden.
Den Montagebügel mit dem das Netzteil komplett ohne Werkzeug befestigt werden kann, ist ebenfalls schon von vielen Lian Li Gehäusen neueren Datums bekannt. Der Bügel wird dabei unterhalb des Mainboardträgers und am Netzteilsockel eingehängt. Nach dem Umlegen der Befestigungslasche, ähnlich wie bei einigen Koffern, sitzt das Netzteil bombenfest. Möchte man den Stromlieferanten aber lieber die Luft aus dem Innenraum ansaugen lassen, ist der Bügel bei Netzteilen mit einem Lüfter im Boden nicht mehr praktikabel. Das Resultat wäre in diesem Fall, dass der Befestigungsbügel quer über den Ventilator verläuft und die Kühlung des Netzteils behindert. Das ist allerdings auch kein größeres Problem, da eine konventionelle Schraubbefestigung problemlos möglich ist.
Das Belüftungskonzept des A77AF wird durch einen 120 mm Lüfter im Heck abgerundet. Daneben finden wir hier auch noch das vorzügliche Befestigungssystem für die Erweiterungskarten. Die Karten werde nach dem Umlegen eines Hebels, einfach mit einem robusten Aluminiumbolzen fixiert. Das System funktioniert in Praxis prima und ist ausgesprochen haltbar. Sollte es dennoch irgendwann einmal defekt sein, kann der komplette Mechanismus problemlos als Ersatzteil beschafft werden. Für die Expansionskarten stehen bis zu 360 mm zur Verfügung. Wird der auf Höhe der Karten liegende Käfig mit Festplatten bestückt, schrumpft der von uns ermittelte Wert um 18 mm plus die Länge des SATA-Steckers.
Auch im Innenraum gibt es, was die Verarbeitung betrifft, keine Klagen. Alle Bleche sind gefalzt, ein Verletzungsrisiko ist damit faktisch ausgeschlossen. Die Verwindungssteifigkeit des A77AF ist bestenfalls durchschnittlich. Bei einem Gehäuse dass aber wohl die meiste Zeit seiner Existenz unter dem Schreibtisch verbleiben wird, ist dieser Fakt wohl zu verschmerzen. Nicht gefallen hat uns der unzureichende Befestigungsmechanismus für die 5,25" Laufwerke. Er bietet den Laufwerken einfach zu wenig Halt und ist einem ansonsten top verarbeiteten Gehäuse nicht angemessen.
Während wir das Testsystem zusammengebaut haben, sind uns einige Dinge aufgefallen. Zum einen setzt Lian Li spezielle Rändelschrauben ein um das Mainboard zu befestigen. Der Hintergedanke ist dabei dass kein Werkzeug benutz werden muss. An manchen Stellen funktioniert das auch sehr gut, an den meisten ist allerdings immer irgendein Bauteil im Weg. Zwar liegen für unzugängliche Stellen längere Schrauben bei, das ändert aber leider nichts daran dass man letztlich doch auf einen Schraubendreher zurückgreifen muss.
Eine weitere Auffälligkeit ist beim Anschluss der USB 3.0 Schnittstellen des Frontpanels zu verzeichnen. Bis jetzt gibt es noch kein uns bekanntes Board, das über interne USB 3.0 Anschlüsse verfügt, aus diesem Grund hat Lian Li die Anschlüsse für das Frontpanels mit einem USB Stecker Typ-A versehen. Diese können dann entweder mit einem Adapter an einen internen USB 2.0 Anschluss angeschlossen oder, mit dem beiliegenden Soltblech, nach außen geführt und mit den externen Ports verbunden werden. Leider gibt es nur einen Adapter auf USB 2.0, das bedeutet dass lediglich zwei von vier Ports des Frontpanels intern angeschlossen werden können. Es ist also zwangsläufig notwendig das erwähnte Slotblech zu verwenden, wenn man nicht auf zwei Anschlüsse verzichten will.
Wir sind ja bereits kurz auf den integrierten Kartenhalter eingegangen, er kann an der vertikalen Strebe nachgerüstet werden. Der eigentlichen Halter bestehen aus Plastikteilen, welche in zwei möglichen Größen beiliegen. Diese werden an der Strebe eingeklippst, im Idealfall passt dann die Erweiterungskarte in eine der Aussparungen, abschließend wird die Position des Plastikhalters noch mit einer Rändelschraube fixiert. In der Praxis hatten wir ernsthafte Probleme eine Karte zu finden bei der das System überhaupt passt und das, obwohl es die Halter in zwei verschiedenen Größen gibt und die Strebe in drei Positionen montierbar ist. Als wir dann mit einer alten 7800GTX endlich eine Karte gefunden hatten, war die Stabilität nicht wirklich überzeugend.
Die Lüftersteuerung gibt ebenfalls Anlass zu Kritik. Im A77FA sind ganze sechs Lüfter verbaut, die Steuerung bietet aber nur drei Anschlüsse. Dazu kommt noch, dass nur die Kabel des obersten Frontlüfters und des innenliegenden Ventilators im Deckel lange genug sind um daran angeschlossen zu werden. Auf dem Bild ist das Kabel des Lüfters vom mittleren Festplattenkäfig zu sehen, da fehlen doch noch einige Zentimeter. Auf einen Test mit Lüftersteuerung haben wir verzichtet, es macht wenig Sinn nur die beiden genannten Ventilatoren zu regeln.
| Position | Anzahl | Größe | Umdrehungen pro Minute | Anschluss | Beleuchtung |
|---|---|---|---|---|---|
| Front | 3 | 120mm | 1200 U/Min | 3pin- / 4pol-Molex | Blau |
| Deckel | 2 | 140mm | 1000 U/Min | 3pin- / 4pol-Molex | Blau |
| Heck | 1 | 120mm | 1500 U/Min | 3pin- / 4pol-Molex | - |
| Seite | - | - | - | - | - |
| Boden | - | - | - | - | - |
Bei einem Gehäuse zählt nicht nur das Erscheinungsbild, denn auch die inneren Werte sind wichtig. Die eingebauten Lüfter sollten möglichst nicht zu hören sein, während gleichzeitig die Hardware gut gekühlt wird. Um dies festzustellen, führen wir für jeden Gehäusetest Schallpegel- und Temperaturmessungen durch. Doch wie (und was) messen wir überhaupt?
Temperatur:
Zu hohe Temperaturen senken die Lebenserwartung des Systems. Komponenten altern dann schneller und haben weniger Reserven für warme Sommertage oder eine dicke Staubschicht, die sich im Laufe der Zeit unweigerlich ansammelt.
Die in unserer Hardware verbauten Temperatursensoren sind absolute Standardware, die hauptsächlich zur Temperaturüberwachung dienen und eher nicht dafür ausgelegt sind, für genaue Messungen herangezogen zu werden. Somit können wir Unterschiede zwischen Messungen von 1 K getrost ignorieren, erst bei größeren Abweichungen wird es interessant. Über die absolute Genauigkeit der Sensoren wissen wir nicht bescheid, wir können also nur dazu raten, dies beim Vergleich mit anderen Systemen zu beachten. Untereinander sind unsere Tests allerdings vergleichbar, da sich die Hardware nicht ändert.
Wir messen die Temperaturen mit diesen Komponenten:
Volllast wird mittels eines einstündigen Dauerloops des 3DMark06 bei einer Raumtemperatur von 24°C simuliert. Alle im Auslieferungszustand vorhandenen Lüfter wurden für den Test angeschlossen. Everest Ultimate liefert dabei die folgenden Werte:
Zum besseren Vergleich hier eine Tabelle mit den bisher gemessenen Referenztemperaturen:
Die gemessenen Temperaturen gehen als sehr gut durch, das ist bei sechs Lüftern aber auch nicht wirklich verwunderlich. Speziell unsere passive Grafikkarte fühlt sich im A77FA sehr wohl, sie profitiert von dem auf gleicher Höhe liegenden 120 mm Lüfter in der Front.
Schallpegel:
Laute Systeme nerven. Das menschliche Gehör ist zwar ein wirklich gutes Geräuschmeßgerät, das sowohl sehr leise als auch sehr laute Geräusche erfassen kann, zeigt jedoch leider den Meßwert nicht als Zahl an--unser Schallpegelmeßgerät SL-100 von Voltcraft allerdings schon. Das SL-100 dient für Orientierungsmessungen, für die es mit seinem Meßbereich von 30--100 dB (für sehr laute Geräuschquellen, die wir hoffentlich nie im Test haben, auf 60--130 dB umschaltbar) mit einer Genauigkeit von +-2 dB bei 1 kHz (+- 4 dB bei 31.5 Hz) auch gut geeignet ist. Das ist für detaillierte Geräuschmessungen nicht ausreichend und kann nur einen groben Überblick geben. Die von uns gemessenen Werte sind daher nicht vorbehaltlos mit von anderen gemessenen Werten vergleichbar! Moderne Systeme sind vergleichsweise leise, was uns dazu zwingt, aus einem geringen Abstand zu messen, um überhaupt noch verwertbare Meßdaten zu erhalten. Professionelle Geräuschmessungen werden allerdings mit wesentlich leistungsfähigeren Meßgeräten in schalltoten Räumen aus einem größeren Abstand durchgeführt und sind daher keinesfalls mit den von uns durchgeführten Messungen vergleichbar. Da wir uns der Einschränkungen unserer Messungen bewußt sind, verzichten wir dennoch nicht darauf, den Geräuschpegel und Auffälligkeiten in Worten zu beschreiben.
Für die Messung werden zunächst alle Geräuschquellen (sogar die tickende Wanduhr) aus dem Raum entfernt. Wir messen, indem wir aus 30 cm Abstand auf die Mitte der Gehäuseseite zeigen: Einmal für die linke Gehäuseseite (interessant für diejenigen, die ihren Computer auf dem Schreibtisch stehen haben), einmal für die obere Gehäuseseite (interessant für Leute mit Rechnern unter dem Schreibtisch). Bewertet werden unsere Werte direkt vom SL-100 nach der A-Charakteristik, die das Geräuschempfinden des menschlichen Gehörs nachbildet.
Netzteil, CPU-Lüfter und Festplatte laufen bei unseren Messungen immer mit. Da unsere Grafikkarte passiv gekühlt ist, beeinflusst diese das Geräusch-Messergebnis nicht.
Bei der Lautstärkemessung kam die integrierte Lüftersteuerung nicht zum Einsatz da nur zwei von sechs Lüftern über ausreichend lange Kabel verfügen. Die gemessenen Werte sind ohne Regelung der Lüfter nur durchschnittlich. Speziell der im Heck befindliche 120 mm Lüfter nervt mit einem hochfrequenten Surren. Subjektiv betrachtet ist das A77FA deutlich hörbar, bei einer komplett luftdurchlässigen Frontpartie und großen Lüftergittern im Deckel ist das allerdings nicht ungewöhnlich.
Stolze 330€ kostet das Lian Li A77FA aktuell bei Caseking [8]. Das macht das Case zu einem Luxusartikel den sich nicht jeder leisten kann oder leisten will. Es stellt sich nun die Frage was der Käufer denn für diesen fürstlichen Preis bekommt? Zum einen wäre da die perfekte Verarbeitung und die exquisite Materialanmutung zu nennen. Lian Li versteht den Umgang mit dem Material Aluminium, keine Frage. Ebenfalls hervorzuheben sind die sehr guten Befestigunsmechanismen für die Erweiterungskarten, das Netzteil und die Festplatten, viel besseres hat der Markt nicht zu bieten. Sehr wohl hat er aber deutlich bessere Alternativen bei der Befestigung der 5,25" Geräte, diese fragilen Plastikhebel wollen irgendwie nicht zum hochwertigen Rest des Gehäuses passen. Über die leidliche Verwindungssteifigkeit kann man bei einem Gehäuse dass hauptsächlich an Ort und Stelle verbleibt noch hinwegsehen, das ist eine Krankheit unter der viele Full-Tower aus Aluminium zu leiden haben. Ein Kapitel für sich ist die Lüftersteuerung. Es beginnt damit dass sich im Gehäuse sechs Lüfter befinden, die Regelung aber nur drei Anschlüsse bietet. Darüber kann man ja durchaus noch hinwegsehen, richtig skurril wird es aber wenn es im Gehäuse nur zwei Lüfter gibt, deren Kabel eine ausreichende Länge aufweisen um überhaupt Anschluss zu finden. Letztlich hat Lian Li mit dem A77FA ein hochwertiges Gehäuse gebaut, welches leider einige unnötige Schwächen aufweist. Der Preis von 330€ erscheint uns allerdings ein gutes Stück zu hoch angesetzt zu sein.
Plus:
Minus:
Unser Dank geht an die Firma Caseking [9], die uns freundlicherweise das Testsample zur Verfügung gestellt hat.
Diskussion zum Artikel: Klick [11]
Links:
[1] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review
[2] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/erste-eindr%C3%BCcke-lieferumfang
[3] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/au%C3%9Fenansichten
[4] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/innenraum-bel%C3%BCftung
[5] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/praxiseinsatz
[6] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/test
[7] http://www.casecenter.net/artikel/lian-li-a77fa-review/fazit
[8] http://www.caseking.de/shop/catalog/Gehaeuse/Lian-Li/Lian-Li-PC-A7X-Serie/Lian-Li-PC-A77FA-Big-Tower-silver::14405.html
[9] http://www.caseking.de/shop/catalog/
[10] http://www.casecenter.net/artikel/xigmatek-utgard-kingmod-edition-review/fazit
[11] http://www.forum-3dcenter.org/vbulletin/showthread.php?p=8007202#post8007202