Bei den eher günstigen Gehäusen offenbaren sich beim Zusammenbau oftmals Mängel in der Verarbeitung. Nicht so beim Xigmatek Utgard, hier passt alles so wie man es auch erwarten darf. Die Gewinde sind ebenfalls feinsäuberlich geschnitten und ermöglichen das Eindrehen der Mainboard-Abstandshalter ohne größeren Kraftaufwand. Sehr positiv aufgefallen ist uns die Befestigung für die 5,25“ Laufwerke. Da der Mechanismus auf beiden Seiten vorhanden ist, sitzt das Laufwerk fest im Schacht. Dieser Umstand ist wahrlich nicht bei jedem schraubenlosen Befestigungssystem selbstverständlich. Vielleicht noch kurz ein Wort zu den beiden Lüftersteuerungen. Jede der beiden Steuerungen verfügt über drei Anschlüsse die als Kabelpeitsche ausgeführt sind. Mit mehr als 60cm Kabellänge pro Anschluss hat es Xigmatek wirklich sehr gut gemeint. Für ein Case dieser Größenordnung hätten es gerne einige Zentimeter weniger sein dürfen. Der Regelbereich beider Lüftersteuerungen liegt im Bereich von 4,8V bis 11,5V, die Möglichkeit die aktuell anliegende Umdrehungsgeschwindigkeit über das Mainboard auszulesen besteht nicht.
Was die Befestigung für die Erweiterungskarten betrifft, waren wir anfangs skeptisch. In der Vergangenheit hatten wir uns schon häufiger über die billigen Plastikkonstruktionen einiger Hersteller ausgelassen. Beim Utgard sitzen die Karten jedenfalls fest und sicher. Ob das System auch nach mehrmaligem Gebrauch noch hält was es jetzt verspricht, steht freilich auf einem anderen Blatt.
Die von Caseking verbauten Dämmmatten sind selbstklebend und verfügen über eine ausreichend starke Haftkraft. Für den Test wurden die Lüftungslöcher in beiden Seitenteilen sowie im Boden mit Dämmmaterial verschlossen. Die für die Front vorgesehene Matte wird hinter zwei Kunststoffstege geklemmt. Hier haben wir für den Test die Öffnung für den Festplattenkäfig freigelassen (nicht auf dem oberen Bild zu sehen).
Drei Lüfter befinden sich bereits im Lieferumfang. Alle Exemplare sind weiß illuminiert und verfügen über Lüfterblätter in schickem 3DCenter-Orange.
| Position | Anzahl | Größe | Umdrehungen pro Minute | Anschluss | Beleuchtung |
|---|---|---|---|---|---|
| Front | 1 | 120mm | 1700 U/Min | 3pin-Molex | Weiß |
| Deckel | 1 | 170mm | 800 U/Min | 3pin-Molex | Weiß |
| 2 (optional) | 120/140mm | - | - | - | |
| Heck | 1 | 120mm | 1700 U/Min | 3pin-Molex | Weiß |
| Seite | 2 (optional) | 120/140mm | - | - | - |
| Boden | 1 (optional) | 120/140mm | - | - | - |
Um die Temperaturen zu messen, setzt Casecenter ein aus folgenden Komponenten bestehendes Testsystem ein:
Volllast wird mittels eines einstündigen Dauerloops des 3DMark06 bei einer Raumtemperatur von 22,5°C simuliert. Alle im Auslieferungszustand vorhandenen Lüfter wurden für den Test angeschlossen. Gemessen haben wir dabei die folgenden Werte:



Zum besseren Vergleich hier eine Tabelle mit den bisher gemessenen Referenztemperaturen:

Die gemessenen Temperaturen gehen grundsätzlich in Ordnung. Regelt man die Lüfter auf das Minimum herunter wird die passivgekühlte Testgrafikkarte mit knapp 70°C schon mollig warm. Die Temperaturen der Festplatte liegen durchweg im hellgrünen Bereich, da gibt es nichts zu meckern. Klar sollte jedoch sein, dass die gemessenen Idle-Werte nur mit einer 30 Minütigen Abkühlphase möglich sind. In dieser Zeit haben wir das Testsystem abgeschaltet. Hätten wir das nicht getan, wären die Temperaturen deutlich höher gewesen, da das Dämmmaterial nicht nur den Schall schluckt sondern auch vorzüglich die Wärme im Inneren hält.

Die vom Utgard erzeugt Lautstärke hinterlässt in der Redaktion einen gespaltenen Eindruck. Da es sich um ein gedämmtes Gehäuse handelt, erwarten wir in dieser Disziplin auch mehr als bei einem ungedämmten Modell. Im Idealfall, mit auf das Minimum gedrosselten Lüftern, messen wir 30,2db/A. Das ist sicher kein schlechter Wert, wir hatten aber in der Vergangenheit bereits Gehäuse ohne Dämmung im Test die leiser waren. Bei 100% Leistung liegen dann schon 35,8db/A an, das ist deutlich zu laut. Fragt man nach den Ursachen für die bestenfalls durchschnittlichen Werte, rücken natürlich schnell die Lüfter in das Zentrum des Interesses. Hier würden leisere Exemplare das Ergebnis verbessern. Allerdings stellt sich dann die Frage ob ein faktisch unhörbarer Noctua Ventilator mit 700 U/Min an einer Lüftersteuerung Sinn macht. Ein anderer Grund warum das Ergebnis so durchwachsen ausgefallen ist, wäre das Gehäuse selbst. Großflächige Lüftungsgitter im Deckel lassen eben nicht nur warme Luft entweichen sondern auch den Schall. Letztlich gibt es sicher Gehäuse die zum dämmen besser geeignet sind als das Xigmatek Utgard.