
Am extrovertierten Design des Ironclad werden sich sicher die Geschmäcker scheiden. Wer es noch etwas auffälliger mag, kann das Gehäuse auch noch im Tarnanstrich erwerben. Sieht man mal vom ungewöhnlichen Äußeren ab, bleibt ein solides Chassis mit einem ordentlichen Platzangebot. Sehr gut gefallen haben uns die Montageschienen für Festplatten und optische Laufwerke. Es ist wirklich schade, dass viele Hersteller bei den ODD lieber auf labile Plastikhebelchen setzen als auf das gute alte Schienensystem zurückzugreifen. Ebenfalls gelungen ist die Befestigung für die Erweiterungskarten, es erinnert von der Funktion her an das nahezu perfekte System von Lian Li. Entsprechend gut ist der Halt, den die Konstruktion gibt, auch wenn das Lian Li System noch etwas fester zupackt. Nicht gefallen hat uns die Gehäusedämmung. Das eingesetzte Material könnte durchaus effektiv gegen aufkommenden Luftschall eingesetzt werden. Die Frage stellt sich aber welchen Schall man bei einem Gehäuse aufhalten will, bei dem die Front, große Teile des Deckels und fast die komplette linke Seitenwand aus gelochtem Material besteht? Dazu kommt dann noch der Fakt, dass das Material doch recht inkonsequent eingesetzt wird. Da werden Streifen rund um den an der linken Seite befindlichen Lochblecheinsatz geklebt, und ein weiterer der knapp ein Viertel des rechten Gegenstück bedeckt, das war es dann auch schon. Eventuell aufkommenden Körperschall kann mit dem eingesetzten Dämmmaterial ebenfalls nichts entgegengesetzt werden, dafür ist der leichte Akustikschaumstoff einfach nicht geeignet.
Die Verarbeitung ist ebenfalls nicht so prall, speziell die Qualität der Lackierung missfällt uns hier. An einigen Stellen gibt es so viele Einschlüsse und Lacknasen, dass man das Blech fast als Kartoffelreibe einsetzen kann. Die Lautstärke bleibt für ein Gehäuse mit so vielen luftdurchlässigen Flächen noch im Rahmen. Sehr seltsam waren dann auch die Gummistöpsel, auf denen das Netzteil abgelegt wird. Die Idee ist eigentlich nicht schlecht, das Material ist schön weich und dürfte Vibrationen gut aufnehmen, an der Umsetzung hapert es allerdings. Die Stöpsel sind einfach nur aufgeklebt, wer ein längeres Netzteil einbauen will, muss zwei zusätzliche Gummistöpsel drunter kleben. Elegant wäre es gewesen, wenn man im Bodenblech zwei Reihen mit Löchern gebohrt und dann in jeden Stöpsel eine Mutter eingelassen hätte. Auf diese Weise könnte man die die Auflagepunkte einfach den individuellen Wünschen anpassen, indem man die Stöpsel dort festschraubt, wo sie hin sollen. Der Vorteil wäre, dass die Konstruktion langlebig und vor allem wiederverwendbar ist. Kommen wir abschließend zum Preis, gute 120€ muss man für das Ironclad berappen, wenn es das getarnte Modell sein darf, sind es gar 170€! Der Preis erscheint uns für das Gebotene deutlich zu hoch angesetzt zu sein.
Plus:
Minus:
Das Testmuster wurde uns von Caseking zur Verfügung gestellt, vielen Dank dafür!

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