Um die Leistung des Prolimatech MK-13 zu beurteilen, durfte eine Nvidia GTX 275 ihre Schokoladenseite zur Verfügung stellen. Der selektierte GT200b auf den 275ern erzeugt in einigen Fällen mehr Abwärme als auf 285er Karten, ist aber fast immer gleichwertig. Ein ideales Testobjekt fände sich in einer Karte der Marke GTX 470 oder GTX 480, die jedoch zum Testzeitpunkt noch nicht zur Verfügung standen. Unsere Kollegen von HTU4 attestieren der GTX 275 eine Gesamtleistungsaufnahme (ganze Karte) im Bereich um 35 W für den Betrieb in Desktopumgebung und ca. 220 W unter Last in Furmark. Hersteller und Chip-spezifische Abweichungen wollen wir bei Seite lassen. Die Werte liegen mit einem ordentlichen Abstand über denen der Radeon 5870, so dass der Bereich um Single-CPU-Systeme gut abgedeckt scheint. Der Einsatz für Dual-GPU-Karten erübrigt sich natürlich aufgrund der einzelnen Kontaktfläche des MK-13. Das Kühlsystem der GTX 275 basiert auf dem Referenzkühler von Nvidia, belegt damit zwei Slots, kühlt GPU, Speichermodule und Spannungsregler gleichsam über Wärmeleitpads und besitzt eine relativ große Fläche. Der Lüfter am Ende des PCB gibt den Luftstrom mit relativ mäßiger Lautstärke an das Metall weiter und fällt auch bei hohen Drehzahlen eher durch ein Rauschen als durch unangenehm hohe Töne auf. Im nachfolgenden Bild sind MK-13 und Referenzkühler zum direkten Vergleich gegenübergestellt.
Im Desktopbetrieb verweilt der Lüfter der Referenzkühlung bei 40% der maximalen Drehzahl und steigt in unserem System auch in Spielen selten auf über 50% an. Einzig Furmark bringt die Drehzahl in Bereiche um 70-80%, um die Temperaturen konstant bei 90°C zu halten. Idle liegt die Temperatur für 20°C Umgebungstemperatur bei ca. 40-50°C. In Spielen steigt dieser Wert auf Werte um 80-85°C an.
Entfernen des Kühlers, Reinigung der Chips (Pads, Paste)
Der Einsatz des MK-13 bedingt unausweichlich die Entfernung des bestehenden Kühlsystems. Bei sorgfältiger Handhabung und einem sicheren Umgang mit dem Schraubendreher sollte dies jedoch kein größeres Problem darstellen. Nach dem Lösen der überraschend vielen Schrauben auf der Rückseite des Kühlers
bedarf es einiger Kraft, um den Kühlkörper abzuheben – Wärmeleitpaste und Wärmeleitpads kleben teilweise ordentlich an den Oberflächen. Mit dem Abklemmen des Kühlers liegt nun die nackte Karte vor den Augen des Betrachters, sieht man einmal von dem verschmierten Grafikchip und den mit Rückständen bedeckten Speicherchips ab.

Es gilt noch, den Plastikrahmen um die GPU zu entfernen, damit dem MK-13 ein optimaler Kontakt ermöglicht wird. Reste der Wärmeleitpaste entfernt man am besten mit einem fusselfreien Tuch behutsam aber vollständig. Der Chip wird später mit Hilfe der beigelegten Wärmeleitpaste von Prolimatech neu bestückt. Ebenso wichtig ist die restlose Entfernung der Wärmeleitpads und deren Rückständen. Es ist sehr empfehlenswert, die Oberfläche der Chips mit einem Reinigungs- oder Lösungsmittel von oberflächlichen Rückständen zu befreien. Am besten eignen sich dafür Ohrstäbchen oder Ähnliches. So wenig wie möglich Flüssigkeit verwenden und wo immer möglich auf direkten Kontakt mit Fingern verzichten. Wer diesen Schritt überspringt, bekommt womöglich ähnliche Probleme wie wir (siehe unten).
Anbringen der RAM-Kühler
Der unmittelbar nächste Schritt ist die Auswahl und Platzierung der einzelnen RAM-Kühlkörper. Nach dem Auspacken zerfallen die großen Blöcke in die Kühlkörper der einzelnen Größen. Insgesamt finden sich drei Typen im Lieferumfang. Die Packungsbeilage weist noch daraufhin, immer den maximal größten zu verwenden – logischer Gedanke. Allerdings wird man etwas im Stich gelassen, inwiefern denn nun die kleineren Modelle nötig sind. Es stellt sich schnell heraus, dass die Heatpipes des MK-13 beim Aufsetzen sich nur knapp über den links befindlichen Speicherchips der GTX 275 befinden. Der erste naive Platzierungsversuch führt beim Zusammenbau also schnell zur Kollision der Kühlerflächen.
Aber auch die Auswahl der 2. größten RAM-Kühler für die linke Hälfte funktioniert nicht problemlos. Noch immer harkt es am ersten Speicherchip links unten. Erst der Wechsel auf das kleinste Modell für den ersten Speicherchip ermöglicht den funktionellen Zusammenbau des MK-13 und der GTX 275.
An dieser Stelle fühlt man sich natürlich etwas unwohl bezüglich der Kühlleistung, immerhin könnten alle anderen Speicherchips selbst bei Minustemperaturen laufen – immer der Wärmste bestimmt das Limit… Man beachte noch, dass die Spannungsregler (vorheriges Bild ganz rechts) mit den größten Kühlern versehen wurden, da diese das kritische Elemente nach der GPU selbst sind. In unserem Fall gibt es noch von einem durchaus nervigen und unangenehmen Problem zu berichten. Die selbstklebenden Kühlkörper wollen natürlich nicht allzu oft umgesetzt werden, aber schon die ungenügende Reinigung der Chipoberflächen setzt die Haftkraft stark herab. Beim Zusammenbau des MK-13 kommt man nur all zu leicht an einzelne Kühler und löst diese damit ab. Wem dies des Öfteren passiert, der sieht sich schnell mit kaum noch haltenden Kühlern konfrontiert. Noch schlimmer – wenn beim anschließenden Einbau der fertigen Karte in das Gehäuse noch ein RAM-Kühler abfällt. Je nach Zugänglichkeit des Gehäuses kann dies in schweißtreibenden Mehraufwand enden. Der MK-13 muss natürlich jedes Mal abmontiert werden. Vorsichtige Handhabung lohnt sich also doppelt und die Eingangs besprochene Reinigung der Oberflächen sei dringend empfohlen.
Aufbringen der Wärmeleitpaste
Als letzten Schritt vor der Montage des Kühlers muss noch die Wärmeleitpaste aufgebracht werden. Dabei kann nicht oft genug erwähnt werden, dass die Paste nur Unebenheiten mit Lufteinschlüssen ausgleichen solle. Keine Paste kann den direkten Kontakt zwischen Metalloberflächen ersetzen. Die verwendete Menge sollte daher so gering wie möglich ausfallen. Keinesfalls muss der Chip bis zur Unkenntlichkeit bedeckt sein. Eine dünne, noch beinahe durchsichtige Schicht reicht völlig aus. Die Metalloberflächen pressen die Paste dann von selbst in die freien Stellen, die Wärme erledigt den Rest. Es versteht sich, dass man keine der Oberflächen mit den fettigen Fingern berühren sollte (alle Finger sind immer mit einer Fettschicht überzogen).
Montage des großen Kühlers
Den MK-13 selbst zu montieren gestaltet sich einfacher als zu befürchten wäre. Man legt den Kühler kopfüber auf eine stabile Oberfläche und setzt die Grafikkarte vorsichtig von oben auf den Kühlkörper auf. Es empfiehlt sich der Einsatz einer Tischkante, um die Position der Karte relativ zur GPU abgleichen zu können und keine Speicherkühler zu berühren. Einmal aufgesetzt, gilt es den flexiblen Abstandhalter auf die Rückseite der Karte zu legen und das Arretierungsmodul darauf zu platzieren. Mit Hilfe einer Federschraube und etwas Feingefühl kann dann der erste Kontakt durch das PCB hergestellt werden. Nur kurz anziehen und dann die Schraube gegenüber befestigen. Ruhig etwas Kraft aufwenden und die Karte selbst so verschieben, dass die Schraube greifen kann. Der Rest ist einfach. Schrauben über Kreuz anziehen bis alles fest sitzt. Auch hier gilt: Zeit lassen und lieber dreimal nachsehen – das spart am Ende Zeit und Stress. Kaputt gehen kann im Normalfall eigentlich gar nichts. Bei Prolimatech kann dieser Vorgang auch in einer kurzen Flash-Animation begutachtet werden.
Anbau der Lüfter an die Schiene und Einbau der Schiene in den PC
Die letzten Schritte der MK-13 Montage sind schlussendlich die Befestigung des oder der Lüfter an der beigelegten Schiene und den Einbau der ganzen Kombination. Wie bereits angesprochen eignen sich 120x25 mm am besten, wobei wir uns für den Einsatz von 2 Modellen entschieden haben, welche bei ca. 1500 Umdrehungen pro Minute ihren Dienst verrichten (dazu später mehr). Angebracht werden sie parallel zur Grafikkarte, was den maximalen Kühleffekt erzielen sollte. Die lotrechte Anbringung über dem Kühler empfiehlt sich eher bei sehr großen Platzproblemen oder bei besserer Kaltluftversorgung durch Öffnungen im Gehäuse. Durch Langlochbohrungen ist man relativ frei in der genauen Positionierung der Lüfter. Für festen Halt der Lüfter am freiliegenden Ende liegen Kabelbinder bei. Das Ganze funktioniert zufriedenstellend. Die im Slotblech verschraubte Halterung sitzt bombenfest, die Schiene natürlich nicht – aber dennoch für alle Eventualitäten ausreichend genug.

Zuletzt zur Grafikkarte selbst: Mit dem MK-13 ist sie nicht länger als mit Referenzkühlung, allerdings belegen Karte und Kühlsystem nun locker 3-4 Slotplätze und verhindern bei weniger ausladenden Gehäusen/Mainboards den Einsatz nahezu jeder anderen Hardware. In unserem System konnte die Creative X-Fi nur deshalb im System untergebracht werden, weil sich ein einzelner PCI-E Slot hinter der Grafikkarte befindet und selbst dann nur auf den Milimeter. Beim Einbau mussten wir zudem feststellen, dass nahezu alles was auf dem Mainboard verbaut wurde auch im Weg steht. Das beginnt bei SATA-Anschlüssen/Kabeln, geht über USB-Connector auf dem Board und endet beim HD-Audio-Anschluss mit Kabelverbindung. Selbst Kondensatoren und der Southbridge-Kühler stellten sich in den Weg. Mit viel Mühe und Vorsicht konnte aber dann vom Umbau der MK-13-Lüfter von parallel zu lotrecht abgesehen werden. Es handelt sich hier definitiv um ein extremes Kühlsystem, das extreme Anforderungen stellt – wer des Öfteren am PC schraubt, wird es nach dem Einbau des MK-13 definitiv nicht mehr so einfach haben.