Inbetriebnahme, Fernsteuerung, Software und Display

Mittwoch, 16. Dezember 2009
 / von BlackBirdSR
 

Nach dem Druck auf den Power-Button war man ja bereits auf das Ausbleiben der LCD-Funktionen vorbereitet. Was uns allerdings etwas überraschte war die Lautstärke des 60mm Lüfters. Mangels konkreter Drehzahlregulierung schaufelte dieser überaus deutlich vernehmbar Luft heran. Die „löchrige“ Bauweise des M10 sorgte für den Rest. Angenehm ist anders. Eine Fehlfunktion des Lüfters konnte nicht festgestellt werden – eine Drehzahlregulierung kann der Hersteller auch nicht zwingend voraussetzen. Sollte dies kein Einzelfall sein, ein deutlicher Kritikpunkt, zumal schnellere Systeme eventuell auf den Luftstrom angewiesen sind. Deutlich gestört hat uns auch das Fehlen jeglicher USB-Anschlüsse. Wer nur kurz Tastatur oder Maus anstecken will – zum Surfen oder zum Lösen von Problemen – der muss das M10 umständlich von seinem Platz nehmen und an dessen Rückseite. Unschön, wenn das Alugehäuse mit LCD-Anzeige im Schrank noch von einem IR-Empfänger aus Plastik und einem losen Kabel Gesellschaft genießt.

Zentraler Mittelpunkt des M10 als Mediacenter im Wohnzimmer ist natürlich nicht ausschließlich die Hardware, auch die Software und Ansteuerung entscheiden über das Wohlwollen des Kunden. Nach dem Download des Softwarepakets werden erstmals die USB-Treiber installiert, welche fortan die Ansteuerung des Front-Displays erlauben. Solange der PC nicht mehr vom Stromnetz getrennt wird beliebt die Ansteuerung erhalten und das Display auch nach dem Shutdown aktiv. Das M10 begrüßt den Käufer nach dem Neustart und lässt in Zukunft auch selbst definierte Sätze zu. Allzu viel darf man jedoch nicht werwarten, weder Auflösung noch Größe des Displays erlauben komplexe Anzeigen oder Bilddarstellungen. Das Augenmerk liegt auf der Anzeige von Nachrichten, Systeminformationen und Mediendaten.
Insgesamt werden nach dem Treiber zwei Software-Suits installiert: IMon zur Ansteuerung des Displays und der Konfiguration der Fernbedienung, IMedianHD als Mediaplayer und Alternative zum Windows-Media-Center aus Windows Vista und Windows 7. Beide Programme stammen aus der Feder von Soundgraph Inc., welche das Softwarepaket auch für interne PC Lösungen oder eine Touch-Display Variante anbieten.

Mit IMon wird der PC im M10 erst zum HTPC: Das Programm platziert auf Wunsch eine Interaktive Disc auf dem Desktop und startet je nach Belieben das Media-Center, den IMedianHD oder zeigt den Standard-Desktop an. Im Falle des Letzteren lassen sich über das Symbol die einzelnen Punkte von IMon aufrufen

Dazu gehören News-Dienste, Städteinfos (nur größere und nur Wetter-Temperatur), Systeminformationen, Fernbedienungskonfiguration und Einstellungen zur Anzeige des Front-Displays. Im Prinzip kann man sich hier so ziemlich alles Anzeigen lassen, solange man die die Begrenzung auf 2 Zeilen verschmerzen kann. Am nützlichsten dürften sicherlich Angaben zu Medien oder der Newsflash über Internetdienste sein. Über IMon lassen sich weitere Programme wie der IExplorer, Media Center, iMedianHD oder ein Timer starten. Letzterer ermöglicht die nützliche Festlegung von Start/Shutdown-Zeiten. Ein virtuelles Keyboard ersetzt notdürftig die Tastatur und schließlich gibt es noch die Möglichkeit die Auflösungen des angeschlossenen Monitors über die Fernbedienung zu ändern. Insgesamt bietet IMon damit nahezu alles, um Programme aufzurufen, eigene Tastenkommandos festzulegen und aller Hand nützliche und unnütze Informationen am Display abzufahren. Mit etwas Übung und Muße hat man so schnell alle wichtigen Kommandos zusammen und die Fernbedienung entsprechend belegt.

iMediaHD funktioniert ganz ähnlich wie das Media-Center aus Vista und Windows7. Es gibt ein paar Unterschiede in den Einstellungen und es wirkt etwas weniger verspielt, bietet aber insgesamt einen ähnlichen Funktionsumfang. Musik, Internet-Radio, TV-Ansteuerung, DVB-T Support, Filme, Diashows, Netzwerksupport und Verwaltung externer Medien – alles da und gut über die Fernbedienung zu erreichen.

Am Ende ist die Entscheidung nach dem Media-Player eine reine Geschmacksfrage, wobei der Tester eher zu iMediaHD in Rot tendiert. Übermäßig viel Leistung brauchten beide Media-Player, womit unser 1.2 GHz Pentium 220 (Core2-Single-Core) mit SiS IGP oftmals ans Limit seiner Kräfte gelangte und sich die Bedienung dementsprechend zäh gestaltete. Wer beim M10 an Nvidia ION oder Intel DGLF mit einer Atom-CP U denkt, wird sicherlich schnell auf schlankere Media-Lösungen ausweichen wollen. In diesem Sinne hat Origenae mit iMedianHD die falsche Wahl getroffen. Wer bereit ist über 370€ für Gehäuse und Software zu bezahlen, der lässt sich meist nicht in die Kategorie des unbedarften Users drücken, dem mehr Oberfläche als Funktionalität und Systemleistung liegt.

Origenae bietet eine einfache und doch optionenreiche Lösung für den Einsatz als HTPC, wobei der alternative Media-Player nicht wirklich Neues bringt. iMon dagegen präsentiert sich als schlichtes aber nützliches Tool, um die Steuerung und den Einsatz des PCs so einfach wie möglich zu gestalten. Die Anwendungsgebiete des Front-Displays sind dagegen weniger spektakulär als erwartet. Immerhin lassen die Rückmeldungen einen Betrieb ohne angeschlossenen Monitor zu und damit auch den Betrieb als Stereoanlage oder Informationseinrichtung beim Einsatz anderer Bildquellen (Blu-Ray, DVB-T, DVD etc.).

Sobald das M10 erst einmal im Regal oder Schrank steht und die Software zufriedenstellen konfiguriert ist, hat der Käufer im Optimalfall nur noch über die Fernbedienung Kontakt mit dem M10 und dessen inneren Werten – Umso wichtiger deren Funktionen, Ergonomie und Robustheit. Die RC6 benötigt 2 AA-Batterien und sendet im üblichen IR-Band. Subjektiv liegt das Gerät gut in der (großen) Hand, die Griffigkeit ist ausreichend um die Bedienung in der Hand auf und ab wandern zu lassen – nur so erreicht man auch all die Knöpfe. Neben den üblichen Tasten zur Bedienung von DVD-Software und Kanal/Lautstärkenregelung, erlaubt das Steuerkreuz die Navigation in Menüs und notfalls dem Windowsdesktop als Cursor-Ersatz. Auch die anderen Tasten dürften den meisten von Fernsehern und anderen Geräten bekannt sein. Über den zentralen Button erreicht man ohne Umwege das Windows Media-Center oder den iMedianHD, insofern diese nicht schon von iMon nach dem Logon aufgerufen wurden. Am unteren Ende findet sich das nummerische Feld, welches sich im SMS-Stil auch als Buchstabenfeld nutzen lässt. Wer will darf sich allerdings alle Tasten selbst belegen. Richtig gefehlt hat uns eigentlich nur ein Bedienelement um die Maus zu ersetzen und dem Windows-Desktop etwas von seiner umständlichen Bedienung zu nehmen. Die Beschriftungen machen einen haltbaren Eindruck und keine der Tasten fiel durch einen zu lockeren Halt auf. Insgesamt ist die RC6 damit eine nützliche Hilfe im HPTC-Alltag und muss sich auf dem Wohnzimmer-Tisch nicht gleich schämen. Es hätte jedoch etwas mehr Design und eventuell eine dunklere Farbe sein dürfen – immer im Hinterkopf den sehr hohen Preis des M10-Pakets.