
Dem M10 möchte man am liebsten zweimal ein Fazit ausstellen. Eines geprägt von dem Faktor „Angeben“ und das andere aus Sicht der Praxiserfahrungen.
Ein Hingucker ist das M10 definitiv. Es ist sogar mehr, hält es doch auch dem direkten Kontakt stand und weiß bei Berührung zu überzeugen. Auch das Frontdisplay erzeugt beim ersten Blick Neid und Anerkennung – vor Allem wenn gerade Wetter und Temperatur außerhalb der eigenen Mauern angezeigt werden. Ausgiebig führt man dem Besuch die vielen Funktionen mittels der Fernbedienung vor und zeigt auch noch, dass hinter all dem doch nur ein übliches Windows steckt. Man genießt ein paar Video-Trailer, hört das neue Album und kommt über den Preis ins Gespräch.
Spätestens hier stößt man oft schon auf Unverständnis, da hilft es auch nichts, dass Netzteil und optisches Laufwerk im Preis enthalten sind. Denn nach der Überweisung von 370€ hat man noch immer keine CPU, kein Mainboard und keine Festplatte. Dazu was man noch an Kabeln braucht, Funk-Tastatur/Maus und den Card-Reader. Denn es folgt der obligatorische USB-Stick, auf dem der Besuch seine neuen Urlaubsfotos mitgebracht hat. Anstatt ihn einfach in die Front des M10 einzustecken, musst Du selbst aufstehen, das M10 halb aus dem Fernsehschrank nehmen, vorher Kabel abstecken und den Stick im Halbdunkel in einen der USB-Ports stecken. Eine Stunde später das Ganze dann noch einmal, um den Stick zu entfernen – oder hast Du der Bequemlichkeit zu liebe das M10 gleich halb gedreht und schief im Regal stehen lassen? In Zukunft werden an dieser Stelle ein USB-Verlängerungskabel und ein Card-Reader lose neben dem M10 liegen, so dass jeder Besucher seine Mitbringsel selbst anstecken kann. Denn dies ist wirklich einer der entscheidenden Verbesserungsvorschläge, die wir uns für das M10 wünschen. So sehr können zumindest ein USB- und SDHC-Slot die Front gar nicht verunstalten. Der lärmende Lüfter ist ärgerlich und hoffentlich ein Einzelfall, der etwas nervige Einbau aller Komponenten und das Kabelgewirr dagegen nur einmal zu Beginn ein Faktor.
Software und Fernbedienung gehen in Ordnung und bieten alles was man so benötigt. Sie werden dem Preis allerdings nicht ganz gerecht. Denn man bezahlt nicht nur das Gehäuse, die restlichen Komponenten lassen den Preis schnell in Bereiche um 600€ und mehr schnellen. Dann findet man sich bereits in Konkurrenz zu sehr leistungsfähigen Notebooks.
Das M10 ist also bei weitem kein schlechtes Produkt. Es weiß in vielen Bereichen sehr zu gefallen und den Bonus der Exklusivität hat man damit definitiv gekauft. Allerdings muss man bei diesem Preis auch einfach genauer hinsehen, denn jeder Nachteil wiegt hier umso schwerer. Es will ein Premium-Produkt sein, das Emotionen wecken und den Stolz des Besitzers widerspiegeln kann. Genau das erreicht das M10 auch, leider sind nicht alle Emotionen nur von Glück und absoluter Zufriedenheit erfüllt. Die Erfahrung lehrt allerdings, dass man meist eben jene Objekte ganz besonders ins Herz schließt, man denke nur an das eigen Auto mit all seinen kleinen Ärgerlichkeiten.
Wir denken für den Preis geht noch was! Das Potential ist mehr als nur vorhanden.
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Plus:
Minus:
Unser Dank geht an die Firma ACOS, die uns freundlicherweise das Testgerät zur Verfügung gestellt hat.
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