Ansichten, Verarbeitungsqualität und Zusammenbau

Mittwoch, 16. Dezember 2009
 / von BlackBirdSR
 

Das für seine Größe schwere Gehäuse wird fast vollständig von Aluminium dominiert, dessen mattes Finish dem M10 ein edles Erscheinungsbild beschert. An den Seiten ist jeweils ein Lüftungsgitter angebracht, um den Luftstrom ins Gehäuse oder aus dem Gehäuse zu befördern. Weitere Öffnungen finden sich an der Unterseite und auf der Rückseite des M10.

Entblößt lassen sich weitere Öffnungen erkennen – das M10 ist wahrlich kein verschlossenes Gebilde, sondern bietet vielfältige Möglichkeiten für die eng zusammenliegenden Komponenten, Luft durch freie Konvektion abzubauen. Je nach Hardware und Aufstellort (enger Einschub oder viel Platz auf Schrank/Tisch, darf somit auch ein rein passives System in Betracht gezogen werden.

Die Front wird natürlich vom 2-Zeilen LCD dominiert, der Slot-In für das Slim-line-Laufwerk wirkt sympathisch, einzig das Origenae-Logo geht in der Silber-Variante allzu schnell unter.
Der große Knopf startet das System und zeigt dies mit einer blauen LED an. Der Auswurf von CD/DVDs erfolgt über einen kleineren Knopf unterhalb des Slots – er wirkt etwas deplatziert, da keine Symmetrie erzeugt wird. Davon abgesehen gibt es absolut nichts an der Oberfläche des M10 auszusetzen. Weder Kanten noch Erhebungen stören beim Berühren des kühlen Metalls. In dieser Hinsicht wirkt das M10 sehr wohl edel und teuer. Die Schichtdicke des Alu-Gehäuses gibt sich robust und sollte auch ungewollte Stöße gut überstehen, zudem Aluminium an Luft sowieso immer auch eine schützende Oxid-Schicht regeneriert. Eher noch nimmt also der Schrank oder das Regal Schaden. Großzügig dimensionierte Gummifüße an der Unterseite schützen vor Kratzern beim Platzieren des M10.

Die üblicherweise nicht sichtbaren Teile sind in schwarz gehalten und ebenfalls gut verarbeitet. Allerdings besitzen beide Seitenteile jeweils zwei sehr scharfkantige Abschlüsse – für ein so enges Gehäuse nicht nur unangenehm, sondern auch ein Problem hinsichtlich der vielen Kabel. Die sind auf den Bildern deutlich zu sehen – teilen sich doch 2x SATA, 1x USB, 1x Power-LED, Power-Switch, ATX-20/24Pol-Anschluss aus der Stromversorgungsplatine und die Stromkabel den wenigen Platz im Gehäuse.

Wie Eingangs angedeutet finden natürlich nur Mainboards nach dem Mini-ITX-Standard Platz im M10. Unser Testkandidat stammt aus dem Hause Intel und zeigt gleich ein erstes Problem auf: Die Positionierung des ATX-Stromanschlusses liegt der Versorgungsplatine gegenüber, das vorgesehene Kabel reicht also nicht aus, ärgerlich aber gerade bei Mini-ITX manchmal nicht zu vermeiden. Um eine Verlängerung führte in diesem Fall kein Weg vorbei. Ein zukünftiges Board sollte den Anschluss daher nicht in der linken oberen Ecke besitzen, da die Platine mit der Stromversorgung unten rechts sitzt.

Überhaupt kann der Zusammenbau eines funktionierenden ITX-HTPC mit dem M10 ein schweißtreibendes Unterfangen sein. Was dem 20/24-Pol-Stecker an Länge fehlt, besitzen Stromkabel für Laufwerke und die üblichen SATA-Kabel im Überfluss. Die Bilder deuten das Chaos bereits an. Tatsächlich liegen einige der Kabel direkt an Kühlkörpern an – passive Systeme sollten hier nicht am Limit betrieben werden. Mit Blick auf aktiv gekühlte Systeme ergeben sich natürlich weitere Probleme mit Bauhöhe und Kontakt von Kabeln und Lüfter. Der Einsatz von speziellen, kürzeren Kabel-Varianten ist dringend anzuraten.
Der Hersteller druckt übrigens im Handbuch ein Schaubild ab, das die maximale Höhe der Kühllösungen beschreibt – die Hardware sollte also erst nach dessen Lektüre ausgewählt werden, weswegen wir das Handbuch am Ende des Artikels verlinken.

Wer knapp kalkulieren will und die spezifizierten 80mm zu veranschlagen weiß sei gewarnt, ein Großteil der Kabel verlaufen unter dem optischen Laufwerk und über den Kühlern/Lüftern der CPU/Northbridge. In unserem Fall war der passive Kühlkörper gerade so akzeptabel. Als zusätzliche Sound- oder Videolösungen kommen nur Low-Profilekarten in Betracht, welche allerdings gefährlich zur Befestigungsposition der 2,5“ Festplatte stehen. Grafikkarten mit dickerem Kühlkörper können hier Probleme verursachen, im kühlen Luftstrom steht dieser, wie bereits angedeutet nicht.

Über das Laufwerk gibt es nicht viel zu berichtet. Es verrichtete seinen Dienst ohne Probleme und mit relativ geringer Geräuschentwicklung. Als DVD-Brenner der neuen Generation liest es natürlich alle gängigen Formate und schreibt DVD±RW oder CD-RW. Ausgenommen davon sind Blu-Ray und HD-DVD, womit das M10 im Auslieferungszustand erst einmal kein Ersatz für einen Blu-Ray-Player darstellt.