Bei einem Gehäuse zählt nicht nur das Erscheinungsbild, denn auch die inneren Werte sind wichtig. Die eingebauten Lüfter sollten möglichst nicht zu hören sein, während gleichzeitig die Hardware gut gekühlt wird. Um dies festzustellen, führen wir für jeden Gehäusetest Schallpegel- und Temperaturmessungen durch. Doch wie (und was) messen wir überhaupt?
Temperatur:
Zu hohe Temperaturen senken die Lebenserwartung des Systems. Komponenten altern dann schneller und haben weniger Reserven für warme Sommertage oder eine dicke Staubschicht, die sich im Laufe der Zeit unweigerlich ansammelt.
Die in unserer Hardware verbauten Temperatursensoren sind absolute Standardware, die hauptsächlich zur Temperaturüberwachung dienen und eher nicht dafür ausgelegt sind, für genaue Messungen herangezogen zu werden. Somit können wir Unterschiede zwischen Messungen von 1 K getrost ignorieren, erst bei größeren Abweichungen wird es interessant.
Über die absolute Genauigkeit der Sensoren wissen wir nicht bescheid, wir können also nur dazu raten, dies beim Vergleich mit anderen Systemen zu beachten. Untereinander sind unsere Tests allerdings vergleichbar, da sich die Hardware nicht ändert.
Wie bereits erwähnt handelt es sich beim Array primär um eine Speicherlösung, aus diesem Grund verzichten wir auf den sonst üblichen Test unter Volllast sondern kopieren eine 47 GB große Datei auf die installierten Festplatten. Getestet haben wir bei einer Raumtemperatur von 23°C mit den folgenden Komponenten:

Die Temperaturen liegen alle in noch in einem vollkommen unkritischen Bereich. Die passiv gekühlte CPU wird im Normalbetrieb zwischen 69°C bis max. 74°C warm. Die Festplatten bewegen sich im Normalbetrieb um die 30°C nach dem Kopiervorgang der 47 GB großen Datei lagen die Temperaturen bei 33°C (Samsung) und 40°C (Western Digital). Eine Anmerkung sein uns noch gestattet, das Array R2 ist für leistungsstarke CPUs nur bedingt geeignet. Wir hatten rein aus Interesse noch ein Zotac H55 ITX-Board mit einem Core i5 760 (TDP 95 W) und dem Intel Boxed-Kühler eingebaut. Das Resultat war erwartungsgemäß ernüchternd, die Temperatur lag im Idle bereits bei knapp 60°C und unter Volllast waren dann schnell die 100°C erreicht.
Schallpegel:
Laute Systeme nerven. Das menschliche Gehör ist zwar ein wirklich gutes Geräuschmessgerät, das sowohl sehr leise als auch sehr laute Geräusche erfassen kann, zeigt jedoch leider den Messwert nicht als Zahl an--unser Schallpegelmessgerät SL-100 von Voltcraft allerdings schon.
Das SL-100 dient für Orientierungsmessungen, für die es mit seinem Messbereich von 30--100 dB (für sehr laute Geräuschquellen, die wir hoffentlich nie im Test haben, auf 60--130 dB umschaltbar) mit einer Genauigkeit von +-2 dB bei 1 kHz (+- 4 dB bei 31.5 Hz) auch gut geeignet ist. Das ist für detaillierte Geräuschmessungen nicht ausreichend und kann nur einen groben Überblick geben. Die von uns gemessenen Werte sind daher nicht vorbehaltlos mit von Anderen gemessenen Werten vergleichbar!
Moderne Systeme sind vergleichsweise leise, was uns dazu zwingt, aus einem geringen Abstand zu messen, um überhaupt noch verwertbare Messdaten zu erhalten. Professionelle Geräuschmessungen werden allerdings mit wesentlich leistungsfähigeren Messgeräten in schalltoten Räumen aus einem größeren Abstand durchgeführt und sind daher keinesfalls mit den von uns durchgeführten Messungen vergleichbar.
Da wir uns der Einschränkungen unserer Messungen bewusst sind, verzichten wir dennoch nicht darauf, den Geräuschpegel und Auffälligkeiten in Worten zu beschreiben.
Für die Messung werden zunächst alle Geräuschquellen (sogar die tickende Wanduhr) aus dem Raum entfernt. Wir messen, indem wir aus 30 cm Abstand auf die Mitte der Gehäuseseite zeigen: Einmal für die linke Gehäuseseite (interessant für diejenigen, die ihren Computer auf dem Schreibtisch stehen haben), einmal für die obere Gehäuseseite (interessant für Leute mit Rechnern unter dem Schreibtisch). Bewertet werden unsere Werte direkt vom SL-100 nach der A-Charakteristik, die das Geräuschempfinden des menschlichen Gehörs nachbildet.
Netzteil, CPU-Lüfter und Festplatte laufen bei unseren Messungen immer mit. Da unsere Grafikkarte passiv gekühlt ist, beeinflusst diese das Geräusch-Messergebnis nicht.

Das Array R2 bleibt im Testbetrieb unter allen Bedingungen deutlich unter 30 dB/A und ist damit flüsterleise. Da unser Messgerät unterhalb dieser Grenze keine zuverlässigen Werte liefert, können die Angaben im Diagramm nur ein grober Richtwert sein. Rein subjektiv betrachtet ist in einem Abstand von 30 cm lediglich ein leichtes Rauschen zu vernehmen.