Der Innenraum ist ganz klar die Schokoladenseite des A+ CS-802B. Bis zu 385 mm Raum steht für überlange Grafikkarten zur Verfügung, mit eingebauter Festplatte verbleiben immer noch sehr gute 360 mm abzüglich des SATA-Steckers.
Ganze neun 5,25“ Schächte hat das Case zu bieten, davon sind standardmäßig bereits drei mit dem Festplattenkäfig belegt. Befestigt werden entsprechende Geräte mit einer Art seitlich angebrachter Schiene. Nach dem Einschieben eines 5,25“ Gerätes oder des Festplattenkäfigs wird sie nach unten geklappt und soll mit zwei Metallstiften das Gerät fixieren. Abschließend muss dann noch der kleine Verriegelungsschieber betätigt werden, fertig. Das klingt besser als es in der Praxis ist, die Schienen sind nicht sonderlich stabil ausgefallen und besonders guten Halt gibt die Konstruktion ebenfalls nicht. Positiv ist allerdings die Tatsache, dass die Schienen einfach abgenommen und die Laufwerke ganz konventionell verschraubt werden können.
Der serienmäßige Festplattenkäfig kann bis zu vier Festplatten aufnehmen. Befestigt werden sie mit speziellen Schrauben die durch in den Käfig eingelassene Gummiringe gesteckt werden. Durch den Umstand, dass die Ringe sehr weich sind, ist eine vernünftige Entkopplung gewährleistet. Optional kann ein 120 mm Lüfter am Käfig angebracht werden und den Festplatten etwas Kühlung verschaffen.
Für den Einbau von 3,5“ Geräten liegt dem Gehäuse ein entsprechender Adapter bei. Durch eine Kombiblende ist es auch möglich einen externen 3,5“ Schacht zu realisieren.
Der Mainboardträger ist extrem solide gebaut, das geht allerdings auch auf Kosten von etwaigen Öffnungen. Zwar bietet das Gehäuse vier kleine Durchbrüche, zum Verlegen von dicken Netzteilstrippen sind diese allerdings wenig geeignet. Betrachtet man die Rückseite des Mainboardträgers, sieht man, dass zwischen zwei Metallwülste eine Art Schacht entstanden ist. Hier befinden sich sogar Befestigungsbänder, mit denen Kabel fixiert werden können. Schade nur, dass man die Kabel nur in besagten Schacht legen kann, eine Weiterführung zu anderen Durchbrüchen ist nicht möglich da einer der beiden begrenzenden Metallwülste den Weg versperrt. Auf der Höhe des CPU-Sockels befindet sich eine Öffnung, diesmal ist sie allerdings nicht zur Kühlermontage gedacht, sondern bietet mit dem Gittereinsatz Platz für einen 80/92 mm Lüfter.
Im Boden des 802B finden sich einige Belüftungsöffnungen. Auf eine davon kann ein 120 mm Lüfter montiert werden, ein 140 mm Exemplar wäre theoretisch ebenfalls möglich, allerdings müssten dann evtl. längere Schrauben zum Einsatz kommen. Ein feinmaschiger Filter sorgt dafür, dass der Ventilator möglichst wenig Staub ins Gehäuseinnere saugt. Ein solcher wäre auch beim Netzteil angebracht gewesen, warum immer noch viele Hersteller darauf verzichten, bleibt uns ein Rätsel. Um eine Entkopplung des Stromlieferanten sicher zu stellen, stehen vier kleine mit einer Gummiauflage versehenen Erhöhungen zu Verfügung. Um auch ganz sicher zu gehen, dass das Netzteil keine Vibrationen auf das Chassis überträgt, ist am Heck noch ein Rahmen aus weichem Schaumstoff angebracht.
Der einzige im Lieferumfang befindliche Lüfter befindet sich im Heck. Es handelt sich dabei um ein 120 mm Modell dass die erwärmte Luft nach außen pustet. Gleich vier Schlauchdruchführungen hat A+ dem 802B spendiert, das erleichtert die Integration einer Wasserkühlung deutlich. Ein Kapitel für sich ist der Befestigunsmechanismus für die Erweiterungskarten. Den kennen wir bereits von anderen Herstellern und er hat uns bereits in der Vergangenheit nicht so richtig überzeugen können. Es handelt sich um eine Art Plastikhebel, welche schweren Grafikarten eher wenig Halt bieten. Bei Expansionskarten, deren Slotblech nicht absolut gerade ist, kann es darüber hinaus zu Problemen kommen. Einfache Rändelschrauben oder auch ganz normale 0815 Schrauben wären hier die deutlich bessere und wahrscheinlich auch billigere Alternative gewesen.
Unsere Besichtigungstour endet heute beim Deckel. Gleich zwei 120/140 mm Lüfter können hier befestigt werden, dazu wurde ein großflächiges Lüftungsgitter in das Blech gestanzt.
Die Verarbeitungsqualität ist sehr gut, selbst an unzugänglichen Stellen konnten wir keine scharfen Kanten aufspüren. Besonders aufgefallen ist uns die unglaubliche Solidität des A+ 802B, Verwindungen sind diesem Gehäuse völlig unbekannt. Weniger schön sind dagegen die Befestigungsmöglichkeiten für 5,25“ Geräte und Erweiterungskarten ausgefallen. Kann man über den ersten Punkt noch hinwegsehen, weil man die Geräte immer noch verschrauben kann, hat man bei den Expansionskarten keine Alternative.