Test

Sonntag, 18. April 2010
 / von huha &
 / von Nahaz
 

Bei einem Gehäuse zählt nicht nur das Erscheinungsbild, denn auch die inneren Werte sind wichtig. Die eingebauten Lüfter sollten möglichst nicht zu hören sein, während gleichzeitig die Hardware gut gekühlt wird. Um dies festzustellen, führen wir für jeden Gehäusetest Schallpegel- und Temperaturmessungen durch. Doch wie (und was) messen wir überhaupt?

Temperatur:
Zu hohe Temperaturen senken die Lebenserwartung des Systems. Komponenten altern dann schneller und haben weniger Reserven für warme Sommertage oder eine dicke Staubschicht, die sich im Laufe der Zeit unweigerlich ansammelt.

Die in unserer Hardware verbauten Temperatursensoren sind absolute Standardware, die hauptsächlich zur Temperaturüberwachung dienen und eher nicht dafür ausgelegt sind, für genaue Messungen herangezogen zu werden. Somit können wir Unterschiede zwischen Messungen von 1 K getrost ignorieren, erst bei größeren Abweichungen wird es interessant.
Über die absolute Genauigkeit der Sensoren wissen wir nicht bescheid, wir können also nur dazu raten, dies beim Vergleich mit anderen Systemen zu beachten. Untereinander sind unsere Tests allerdings vergleichbar, da sich die Hardware nicht ändert.

Wir messen die Temperaturen mit diesen Komponenten:

  • Intel Core 2 Duo E2220, 2.4 GHz
  • CPU Kühler: ArcticCooling Alpine 7 Pro
  • Mainboard: MSI P35 Neo-F
  • 2GB DDR2-RAM
  • Sapphire Radeon HD 4350 (passiv gekühlt)
  • Seagate ST3160815AS 160GB Festplatte
  • Rasurbo 450W Netzteil

Volllast wird mittels eines einstündigen Dauerloops des 3DMark06 bei einer Raumtemperatur von 23,2°C simuliert. Alle im Auslieferungszustand vorhandenen Lüfter wurden für den Test angeschlossen. Everest Ultimate liefert dabei die folgenden Werte:

Cooler Master legt dem Gehäuse eine Haube aus Kunststoff bei, die außen an den Slotblechen montiert werden kann. Mit einem optionalen 120 mm Lüfter versehen, soll sie speziell den hitzegeplagten Erweiterungskarten Erleichterung verschaffen. Natürlich möchten wir unseren Lesern nicht vorenthalten ob dieses Konstrukt hält was es verspricht. Obwohl es eigentlich unserer Testphilosophie widerspricht, haben wir die Haube mit einem passenden Lüfter versehen um brauchbare Werte zu erhalten. Die erwärmte Luft wird dabei aus dem Gehäuse abgesaugt.

Zum besseren Vergleich hier eine Tabelle mit den bisher gemessenen Referenztemperaturen:

Die gemessenen Temperaturen sind durch die Bank gut bis sehr gut. Erstaunt waren wir allerdings über die Ergebnisse die wir nach Montage der Plastikhaube am Heck ermittelt haben. Wir sind davon ausgegangen, dass besonders unsere passivgekühlte Grafikkarte davon profitieren würde, das Gegenteil ist hier der Fall. Unsere Karte lief im Idle knapp 1°C kühler, wurde aber dafür unter Last 10°C wärmer als ohne Haube. Richtig nachvollziehen können wir diese Werte nicht, vielleicht war einfach unser Testlüfter zu schwach? Es gibt im Internet Tests bei deinen das Konstrukt durchaus positive Auswirkungen auf die Temperatur der Erweiterungskarten zeigt. Wir raten dem Käufe in jedem Fall zu einem Test. Sollten sich bei der eigenen Konfiguration keine thermischen Vorteile ergeben, kann man das Kunststoffteil immer noch demontieren.

Schallpegel:
Laute Systeme nerven. Das menschliche Gehör ist zwar ein wirklich gutes Geräuschmeßgerät, das sowohl sehr leise als auch sehr laute Geräusche erfassen kann, zeigt jedoch leider den Meßwert nicht als Zahl an--unser Schallpegelmeßgerät SL-100 von Voltcraft allerdings schon.
Das SL-100 dient für Orientierungsmessungen, für die es mit seinem Meßbereich von 30--100 dB (für sehr laute Geräuschquellen, die wir hoffentlich nie im Test haben, auf 60--130 dB umschaltbar) mit einer Genauigkeit von +-2 dB bei 1 kHz (+- 4 dB bei 31.5 Hz) auch gut geeignet ist. Das ist für detaillierte Geräuschmessungen nicht ausreichend und kann nur einen groben Überblick geben. Die von uns gemessenen Werte sind daher nicht vorbehaltlos mit von Anderen gemessenen Werten vergleichbar!
Moderne Systeme sind vergleichsweise leise, was uns dazu zwingt, aus einem geringen Abstand zu messen, um überhaupt noch verwertbare Meßdaten zu erhalten. Professionelle Geräuschmessungen werden allerdings mit wesentlich leistungsfähigeren Meßgeräten in schalltoten Räumen aus einem größeren Abstand durchgeführt und sind daher keinesfalls mit den von uns durchgeführten Messungen vergleichbar.
Da wir uns der Einschränkungen unserer Messungen bewußt sind, verzichten wir dennoch nicht darauf, den Geräuschpegel und Auffälligkeiten in Worten zu beschreiben.

Für die Messung werden zunächst alle Geräuschquellen (sogar die tickende Wanduhr) aus dem Raum entfernt. Wir messen, indem wir aus 30 cm Abstand auf die Mitte der Gehäuseseite zeigen: Einmal für die linke Gehäuseseite (interessant für diejenigen, die ihren Computer auf dem Schreibtisch stehen haben), einmal für die obere Gehäuseseite (interessant für Leute mit Rechnern unter dem Schreibtisch). Bewertet werden unsere Werte direkt vom SL-100 nach der A-Charakteristik, die das Geräuschempfinden des menschlichen Gehörs nachbildet.

Netzteil, CPU-Lüfter und Festplatte laufen bei unseren Messungen immer mit. Da unsere Grafikkarte passiv gekühlt ist, beeinflusst diese das Geräusch-Messergebnis nicht.

Mit gemessenen 31,8 bzw. 32,38 dB/A ist das ATCS 840 auf dem Papier nicht sonderlich auffällig. Rein subjektiv betrachtet, ist das Gehäuse durchaus hörbar, aber nicht störend. Vornehmlich ist es das Rauschen der Luft dass man vernehmen kann, da dieses aber in einem eher tieffrequenten Bereich liegt, hat es schon fast etwas Beruhigendes an sich.