Innenraum & Belüftung

Samstag, 17. April 2010
 / von Nahaz
 

Der Innenraum des ATCS 840 bietet ein wirklich fürstliches Platzangebot. Viele Bauteile stammen aus dem Cooler Master Baukasten und werden dem aufmerksamen Leser sicherlich bekannt vorkommen.

Bis zu sechs Geräte im 5,25" Format kann das Gehäuse maximal aufnehmen. Die Befestigung wird dabei mittels eines bereits bewährten Mechanismus sichergestellt. Dabei ist es lediglich erforderlich das Laufwerk in den Schacht einzuschieben und dann einen Knopf zu drücken. Dadurch werden zwei Stifte in die Schraublöcher des Laufwerkes gedrückt, welche eine ausreichende Fixierung sicherstellen. Wer möchte kann die Geräte auch auf beiden zusätzlich noch mit Schrauben befestigen, sicherlich ein Vorteil wenn man z.B. eine Lüftersteuerung einsetzen möchte die nicht den Abmessungen eines DVD-Brenners entspricht.

Das Gehäuse bietet auch einen externen 3,5" Schacht, dieser wird durch den Einsatz einer 5,25" / 3,5" Kombiblende bereitgestellt. Um ein entsprechendes Laufwerk montieren zu können sind bereits zwei Einbauwinkel installiert.

Beim Festplattenkäfig finden wir einen alten Bekannten wieder, die berüchtigte "Cooler Master Ecke". Dabei handelt es sich um die beiden U-Profile die dem Käfig Stabilität verleihen sollen. Wir hatten bereits bei vergangenen Tests kritisiert, dass die Kanten zum Teil extrem scharfkantig sind. In diesem Fall kommt noch dazu, dass das rechte Profil etwas nach außen gebogen ist. Das schränkt zwar die Funktionsfähigkeit nicht ein, ist aber auch nicht wirklich schön anzusehen.

Bis zu sechs Festplatten fasst der Käfig des ATCS 840, das dürfte für die meisten Anwendungsgebiete ausreichend sein. Die zum Einsatz kommenden Festplattenträger scheinen die Standardmodelle für die hochwertigeren Modelle von Cooler Master zu sein. Es handelt sich dabei um einen Kunststoffrahmen, in den die Festplatte einfach eingehängt wird, vier gummigelagerte Metallstifte sorgen dabei für den nötigen Halt. Die Konstruktion muss dann einfach noch in den Festplattenkäfig eingeschoben und verriegelt werden.

Für ausreichend Frischluft sorgt ein in der Front sitzender 230 mm Lüfter. Wer die Kühlleistung noch erhöhen will, kann an einem am HD-Käfig angebrachten Rahmen noch bis zwei weitere 120 mm Lüfter einsetzen.

Leider immer noch eine Seltenheit im Gehäusebau ist ein entnehmbarer Mainboardschlitten. Ein solcher Schlitten kann die Montage deutlich komfortabler machen, vielen Herstellern ist es aber wohl zu aufwändig ihn in ihre Gehäuse zu integrieren. Cooler Master lässt sich beim ATCS 840 aber nicht lumpen und sieht eine solche Konstruktion bei vielen seiner Top-Modelle vor. Der Mainboardträger selbst verfügt über zwei Durchbrüche und die allseits beliebte Montageöffnung für CPU-Kühler. Eine praktische Schablone wurde auf den Tray geklebt, sie zeigt ohne langes Suchen in welche Löcher die Abstandshalter für Mainboards der Formfaktoren µATX, ATX und E-ATX eingedreht werden müssen.

Um den Mainboardträger zu entnehmen, ist erst einmal Schraubarbeit angesagt, insgesamt sind am Heck vier Schrauben zu lösen. Ein großer und solider Griff hilft dabei den Schlitten aus dem Gehäuse zu ziehen. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass die Führungsschienen mit Kugellagern versehen sind. So ist es möglich den Träger ganz geschmeidig hinauszuziehen, ein Gefühl dass man sonst nur von hochwertigen Möbeln kennt. Auch Freunde ausladender CPU-Kühler müssen hier nicht auf die Vorzüge des Mainboardschlittens verzichten, es ist ausreichend Platz für bis zu 18,5 cm hohe Kühler vorhanden.

Standardmäßig ist vorgesehen, dass das Netzteil auf dem Boden untergebracht wird, hier befindet sich ein Podest dass mit eine Auflage aus weichem Moosgummi versehen ist. Natürlich hat Cooler Master auch hier an einen Staubfilter gedacht. Der ist allerdings nicht auf der Unterseite befestigt sondern kann unter dem Podest, im Innenraum, herausgezogen werden. Das funktioniert eigentlich recht gut, jedenfalls so lange bis man den optionalen 120 mm Lüfter auf dem Boden installiert. In diesem Fall kann der Filter nicht mehr herausgezogen werden, da der Ventilator den Weg versperrt.

Für Erweiterungskarten stehen sieben Slots zu Verfügung, die Befestigung erfolgt mit konventionellen Schrauben. Hier hätten es gerne auch Rändelschrauben sein dürfen, das sollte man bei diesem Preis eigentlich erwarten können. Die maximale Länge der Expansionskarten liegt bei luftigen 420 mm, werden am Festplattenkäfig die optionalen Lüfter installiert ist deren Bauhöhe von unserem ermittelten Wert abzuziehen. Ein 120 mm messender Lüfter rundet das Belüftungskonzept des ATCS 840 ab. Zwei Schlauchdurchführungen für eine Wasserkühlung dürfen ebenfalls nicht fehlen. Je nach gewählter Montageposition des Netzteiles liegen sie unterhalb des Deckels oder am Boden.

Unsere Besichtigungstour endet heute einmal am Deckel. Hier befinden sich gleich zwei riesige 230 mm Ventilatoren. Alternativ können diese, mit den beiliegenden Plastikschienen, auch durch bis zu drei 120 mm Lüfter ersetzt werden. Der Montage eines Doppel- oder Tripple-Radiators steht hier nichts im Wege.

Die Güte des eingesetzten Materials ist absolut erstklassig. Auch die Verarbeitung liegt auf einem hohen Niveau, scharfe Kanten sind nicht auffindbar. Das positive Bild wird allerdings etwas durch die mittlerweile als typisch geltende "Cooler Master Ecke" am Festplatten Käfig getrübt. Damit könnte man sich ja durchaus noch abfinden, aber dass eine Strebe des Käfigs leicht verbogen ist, kann man bestenfalls noch bei einem 50€ Gehäuse tolerieren.