Test

Dienstag, 10. August 2010
 / von huha &
 / von Nahaz
 

Bei einem Gehäuse zählt nicht nur das Erscheinungsbild, denn auch die inneren Werte sind wichtig. Die eingebauten Lüfter sollten möglichst nicht zu hören sein, während gleichzeitig die Hardware gut gekühlt wird. Um dies festzustellen, führen wir für jeden Gehäusetest Schallpegel- und Temperaturmessungen durch. Doch wie (und was) messen wir überhaupt?

Temperatur:
Zu hohe Temperaturen senken die Lebenserwartung des Systems. Komponenten altern dann schneller und haben weniger Reserven für warme Sommertage oder eine dicke Staubschicht, die sich im Laufe der Zeit unweigerlich ansammelt.

Die in unserer Hardware verbauten Temperatursensoren sind absolute Standardware, die hauptsächlich zur Temperaturüberwachung dienen und eher nicht dafür ausgelegt sind, für genaue Messungen herangezogen zu werden. Somit können wir Unterschiede zwischen Messungen von 1 K getrost ignorieren, erst bei größeren Abweichungen wird es interessant.
Über die absolute Genauigkeit der Sensoren wissen wir nicht bescheid, wir können also nur dazu raten, dies beim Vergleich mit anderen Systemen zu beachten. Untereinander sind unsere Tests allerdings vergleichbar, da sich die Hardware nicht ändert.

Wir messen die Temperaturen mit diesen Komponenten:

  • Intel Core 2 Duo E2220, 2.4 GHz
  • CPU Kühler: ArcticCooling Alpine 7 Pro
  • Mainboard: Asrock G41M-LE
  • 2GB DDR2-RAM
  • Sapphire Radeon HD 4350 (passiv gekühlt)
  • Seagate ST3160815AS 160GB Festplatte
  • Rasurbo 450W Netzteil

Volllast wird mittels eines einstündigen Dauerloops des 3DMark06 bei einer Raumtemperatur von 23°C simuliert. Alle im Auslieferungszustand vorhandenen Lüfter wurden für den Test angeschlossen. Everest Ultimate liefert dabei die folgenden Werte:

Berücksichtigt man die ganze Armada an Lüftern, die Antec beim DF-85 verbaut, überraschen die Temperaturen nicht. Die Werte sind bereits im minimalen Regelbereich als sehr gut zu bezeichnen, dreht man alle Ventilatoren auf Maximum, werden sogar Spitzenwerte erreicht.

Schallpegel:
Laute Systeme nerven. Das menschliche Gehör ist zwar ein wirklich gutes Geräuschmessgerät, das sowohl sehr leise als auch sehr laute Geräusche erfassen kann, zeigt jedoch leider den Messwert nicht als Zahl an--unser Schallpegelmessgerät SL-100 von Voltcraft allerdings schon.
Das SL-100 dient für Orientierungsmessungen, für die es mit seinem Messbereich von 30--100 dB (für sehr laute Geräuschquellen, die wir hoffentlich nie im Test haben, auf 60--130 dB umschaltbar) mit einer Genauigkeit von +-2 dB bei 1 kHz (+- 4 dB bei 31.5 Hz) auch gut geeignet ist. Das ist für detaillierte Geräuschmessungen nicht ausreichend und kann nur einen groben Überblick geben. Die von uns gemessenen Werte sind daher nicht vorbehaltlos mit von Anderen gemessenen Werten vergleichbar!
Moderne Systeme sind vergleichsweise leise, was uns dazu zwingt, aus einem geringen Abstand zu messen, um überhaupt noch verwertbare Messdaten zu erhalten. Professionelle Geräuschmessungen werden allerdings mit wesentlich leistungsfähigeren Messgeräten in schalltoten Räumen aus einem größeren Abstand durchgeführt und sind daher keinesfalls mit den von uns durchgeführten Messungen vergleichbar.
Da wir uns der Einschränkungen unserer Messungen bewusst sind, verzichten wir dennoch nicht darauf, den Geräuschpegel und Auffälligkeiten in Worten zu beschreiben.

Für die Messung werden zunächst alle Geräuschquellen (sogar die tickende Wanduhr) aus dem Raum entfernt. Wir messen, indem wir aus 30 cm Abstand auf die Mitte der Gehäuseseite zeigen: Einmal für die linke Gehäuseseite (interessant für diejenigen, die ihren Computer auf dem Schreibtisch stehen haben), einmal für die obere Gehäuseseite (interessant für Leute mit Rechnern unter dem Schreibtisch). Bewertet werden unsere Werte direkt vom SL-100 nach der A-Charakteristik, die das Geräuschempfinden des menschlichen Gehörs nachbildet.

Netzteil, CPU-Lüfter und Festplatte laufen bei unseren Messungen immer mit. Da unsere Grafikkarte passiv gekühlt ist, beeinflusst diese das Geräusch-Messergebnis nicht.

Da nur bei drei von sieben Lüftern die Drehzahl stufenlos regelbar ist, haben wir uns dazu entschlossen, die Messungen lediglich bei maximaler und minimaler Umdrehungsgeschwindigkeit durchzuführen. Im minimalen Regelbereich ist das DF-85 zwar hörbar, liegt aber für ein ausgewiesenes Gaming-Case mit 31,6 dB noch in einem akzeptablen Rahmen. Da die Geräuschkulisse von einem tieffrequenten Rauschen dominiert wird, ist sie gut erträglich. Das ändert sich allerdings schlagartig, wenn man alle Ventilatoren bis zum Anschlag aufdreht. Bis zu 40,8 dB haben an der linken Seite gemessen. Für Hardcore-Overclocker mag das noch akzeptabel sein, der Otto-Normaluser greift dagegen reflexartig zum Gehörschutz.