Außenansichten

Dienstag, 10. August 2010
 / von Nahaz
 

Keine Frage, das DF-5 ist alles aber bestimmt nicht unauffällig. Die modern gestaltete Frontpartie ist stark zerklüftet und wirkt aus jedem Blickwinkel ungewöhnlich. Das primäre Designmerkmal der Front sind die drei roten 120 mm Lüfter. Jeder davon befindet sich in einer eigenen Klappe und verfügt über einen Staubfilter. Jeweils im rechten unteren Eck jeder der drei Türen ist ein kleiner Drehknopf angebracht, mit dem jeder der Frontlüfter einzeln geregelt werden kann.

Um die einzelnen Türen, im Auslieferungszustand, öffnen zu können, muss erst im Inneren ein Verrieglungshebel betätigt werden. Anmerken sollte man an dieser Stelle vielleicht, dass der erwähnte Verriegelungshebel lediglich dazu dient, dass kein Unbefugter sich mal eben schnell an den Klappen vergreift. Die einzelnen Türen öffnen sich aber auch nicht selbstständig, wenn auf besagten Mechanismus verzichtet wird. Ist die Klappe erst einmal offen, kann auch der Staubfilter zur Reinigung einfach nach oben herausgezogen werden.

Theoretisch könnte man die Front wohl auch, nach dem lösen mehrerer Schrauben, komplett abnehmen. Praktisch ist das aber vollkommen, unnötig. Wenn die drei mit Lüftern versehenen Türen geöffnet sind, steht einem bequemen Zugang zu den 3,5“ Schächten nichts mehr im Wege.

Das DF-85 verfügt über drei Schächte im 5,25“ Format, ein jeder davon verfügt über eine durchgestylte klappbare Abdeckung. Einen tieferen Sinn darf man bei diesen “Klappen“ freilich nicht suchen, um unschön verfärbte Laufwerke abzudecken, sind sie mit Sicherheit nicht geeignet, Antec verfährt hier augenscheinlich nach der Devise “Form Follows Function“. Dazu kommt dann noch die Tatsache, dass das eingesetzte Material relativ dünn ist, beim Öffnen und Schließen ist in jedem Fall erhöhte Vorsicht geboten, um die Riegelchen nicht zu beschädigen. Im alltäglichen Betrieb dürften diese Abdeckungen sicher schnell lästig werden, auch gerade weil es keinen komfortablen Magnetverschluss gibt.

Das Frontpanel so wie Power- und Reset-Knopf sind am oberen Ende der Front eingelassen. Im Einzelnen hat das DF-85 die folgenden Schnittstellen zu bieten:

  • 3x USB 2.0
  • 1x USB 3.0
  • 1x 3,5 mm Klinke Lautsprecher
  • 1x 3,5 mm Klinke Mikro

So langsam aber sicher setzt sich USB 3.0 bei den Gehäusen durch und das trotz dem Umstand, dass es noch keinen genormten Standard für die internen Anschlüsse am Mainboard gibt. Die beiden Taster liegen griffgünstig links und rechts außen, dabei ist der Power-Button deutlich größer ausgefallen, eine Verwechslung ist so faktisch ausgeschlossen.

In der obersten Etage, noch über dem Frontpanel, hat Antec dem DF-85 ein Dock für eine 2,5“ Festplatte oder SSD spendiert. Die Führung des Datenträgers ist dabei gut gelungen, ein Verkanten ist nicht zu befürchten.

Die Oberseite des Gehäuses weist zwei große Lüftungsgitter auf, darunter verbergen sich gleich zwei Ventilatoren der Größe 140 mm.

Während die rechte Seite frei von Öffnungen ist und nichts Nennenswertes zu bieten hat, sieht das beim linken Pendant schon etwas anders aus. Hier wird der Großteil der Fläche von einem verspielt gestalteten Fenster eingenommen. Auf Höhe der Erweiterungskarten kann optional noch ein 120 mm Lüfter installiert werden. Fixiert werden die beiden Seitenwände von jeweils zwei Rändelschrauben, das Werkzeug kann für die Demontage also in der Kiste bleiben.

Auch das Heck des DF-85 kann mit einigen Besonderheiten aufwarten. Neben Standardzutaten wie den Schlauchdruchführungen für eine Wasserkühlung, gibt es gleich zwei 120 mm Lüfter zu sehen. Im linken oberen Eck befinden sich vier Zweiwegeschalter, mit denen die Drehzahl der Lüfter im Heck und im Deckel geregelt werden kann. Das Netzteil befindet sich auch bei diesem Gehäuse auf dem Boden. Neben Standard-ATX-Geräten passen hier auch Stromspender in Antec´s proprietärem CPX-Formfaktor.

Wirft man einen Blick auf den Boden, ist man fast versucht zu sagen, dass hier eigentlich alles wie immer ist. Doch halt, etwas fehlt! Wer den Artikel bis zu diesem Punkt aufmerksam gelesen hat, wird sich wundern, wo denn bitte die Öffnung ist, durch die das Netzteil Frischluft von außen beziehen kann. Die Antwort ist in diesem Fall einfach, es gibt keine. Antec sieht vor, dass das Netzteil beim DF-85 die Luft aus dem Innenraum ansaugt. Auch sonst hält das Bodenblech keinerlei Öffnungen bereit. Bleibt uns eigentlich nur noch, ein paar Worte zu den Standfüßen zu verlieren. Es handelt sich dabei um griffige und weiche Standflächen in ausreichender Größe. Beim ziehen über Parkettböden sind zwar keine Kratzer zu erwarten, dafür aber schwarze Streifen.

Die Verarbeitungsqualität ist Antec typisch sehr gut ausgefallen. Der eingesetzte Kunststoff fühlt sich hochwertig an. Lediglich die labil wirkenden “Klappen“, vor den 5,25“ Schächten, wollen irgendwie nicht zum Rest passen. Die Spaltmaße sind ebenfalls gleichmäßig ausgefallen. Kritik muss sich der Hersteller allerdings bei der Lackierung gefallen lassen, hier gibt es an beiden Seitenwänden doch einige kleinere Lacknasen und Einschlüsse.