Bei einem Gehäuse zählt nicht nur das Erscheinungsbild, denn auch die inneren Werte sind wichtig. Die eingebauten Lüfter sollten möglichst nicht zu hören sein, während gleichzeitig die Hardware gut gekühlt wird. Um dies festzustellen, führen wir für jeden Gehäusetest Schallpegel- und Temperaturmessungen durch. Doch wie (und was) messen wir überhaupt?
Temperatur:
Zu hohe Temperaturen senken die Lebenserwartung des Systems. Komponenten altern dann schneller und haben weniger Reserven für warme Sommertage oder eine dicke Staubschicht, die sich im Laufe der Zeit unweigerlich ansammelt.
Die in unserer Hardware verbauten Temperatursensoren sind absolute Standardware, die hauptsächlich zur Temperaturüberwachung dienen und eher nicht dafür ausgelegt sind, für genaue Messungen herangezogen zu werden. Somit können wir Unterschiede zwischen Messungen von 1 K getrost ignorieren, erst bei größeren Abweichungen wird es interessant.
Über die absolute Genauigkeit der Sensoren wissen wir nicht bescheid, wir können also nur dazu raten, dies beim Vergleich mit anderen Systemen zu beachten. Untereinander sind unsere Tests allerdings vergleichbar, da sich die Hardware nicht ändert.
Wir messen die Temperaturen mit diesen Komponenten:
Volllast wird mittels eines einstündigen Dauerloops des 3DMark06 bei einer Raumtemperatur von 21,3°C simuliert. Alle im Auslieferungszustand vorhandenen Lüfter wurden für den Test angeschlossen. Everest Ultimate liefert dabei die folgenden Werte:



Da wir für dieses Review ein anderes Testsystem als gewohnt einsetzen, sind die ermittelten Werte natürlich nicht mit unseren anderen Tests vergleichbar. Die gemessenen Temperaturen sind für ein so kleines Gehäuse erstaunlich gut. Alle Werte sind selbst im minimalen Regelbereich absolut unkritisch. Die Temperatur der Festplatte erscheint, speziell unter Last, etwas hoch zu sein. Dazu muss angemerkt werden, dass das eingesetzte Caviar Black FAEX Modell von Western Digital im Betrieb deutlich wärmer wird als beispielsweise die beliebte F1 Serie von Samsung. Unterm Strich sind die Werte für eine FAEX also durchaus als gut und bei maximaler Umdrehungsgeschwindigkeit der Lüfter sogar als sehr gut zu bezeichnen. Auch die Grafikkarte läuft, selbst in einem stark übertakteten Zustand, zu jedem Zeitpunkt in einem völlig unkritischen Bereich. Fairerweise muss aber darauf hingewiesen werden, dass MSI hier auch einen sehr guten Kühler mit großen Reserven verbaut hat. Der Prozessor erreicht selbst bei minimaler Umdrehung der Lüfter sehr gute Werte. Die niedrigen Idle-Werte von CPU und GPU sollte man nicht überbewerten, sie werden größtenteils durch das Senken der Taktfrequenzen und anderer ausgeklügelter Stromsparmechanismen erreicht.
Schallpegel:
Laute Systeme nerven. Das menschliche Gehör ist zwar ein wirklich gutes Geräuschmessgerät, das sowohl sehr leise als auch sehr laute Geräusche erfassen kann, zeigt jedoch leider den Messwert nicht als Zahl an--unser Schallpegelmessgerät SL-100 von Voltcraft allerdings schon.
Das SL-100 dient für Orientierungsmessungen, für die es mit seinem Messbereich von 30--100 dB (für sehr laute Geräuschquellen, die wir hoffentlich nie im Test haben, auf 60--130 dB umschaltbar) mit einer Genauigkeit von +-2 dB bei 1 kHz (+- 4 dB bei 31.5 Hz) auch gut geeignet ist. Das ist für detaillierte Geräuschmessungen nicht ausreichend und kann nur einen groben Überblick geben. Die von uns gemessenen Werte sind daher nicht vorbehaltlos mit von Anderen gemessenen Werten vergleichbar!
Moderne Systeme sind vergleichsweise leise, was uns dazu zwingt, aus einem geringen Abstand zu messen, um überhaupt noch verwertbare Messdaten zu erhalten. Professionelle Geräuschmessungen werden allerdings mit wesentlich leistungsfähigeren Messgeräten in schalltoten Räumen aus einem größeren Abstand durchgeführt und sind daher keinesfalls mit den von uns durchgeführten Messungen vergleichbar.
Da wir uns der Einschränkungen unserer Messungen bewusst sind, verzichten wir dennoch nicht darauf, den Geräuschpegel und Auffälligkeiten in Worten zu beschreiben.
Für die Messung werden zunächst alle Geräuschquellen (sogar die tickende Wanduhr) aus dem Raum entfernt. Wir messen, indem wir aus 30 cm Abstand auf die Mitte der Gehäuseseite zeigen: Einmal für die linke Gehäuseseite (interessant für diejenigen, die ihren Computer auf dem Schreibtisch stehen haben), einmal für die obere Gehäuseseite (interessant für Leute mit Rechnern unter dem Schreibtisch). Bewertet werden unsere Werte direkt vom SL-100 nach der A-Charakteristik, die das Geräuschempfinden des menschlichen Gehörs nachbildet.
Netzteil, CPU-Lüfter und Festplatte laufen bei unseren Messungen immer mit.


Wer gedacht hat, dass die guten Temperaturen zwangsläufig Hand in Hand mit einer hohen Geräuschkulisse gehen müssen, behält nur zum Teil recht. Im minimalen Regelbereich liegen bis zu 32,9 dB/A an, das ist nicht lauter als die meisten Midi-Tower. Ein tieffrequentes Rauschen bleibt zwar stets präsent, dürfte aber nur extrem empfindliche Zeitgenossen wirklich stören. Mit bis zu 33,4 dB/A ist die Lautstärke bei 50% der Maximalleistung nur wenig lauter. Dreht man kräftig an der Lüftersteuerung, werden sehr deutlich vernehmbare 35,4 dB/A in der Spitze erreicht, die dann auch schon so langsam unangenehm werden.