
Antec hat es geschafft, das LanBoy Air polarisiert wie kaum ein anderes Gehäuse. Grundsätzlich ist dem Hersteller Respekt für den Mut zu zollen, ein solch unkonventionelles und auch radikales Gehäusekonzept auf den Markt zu bringen. Der modulare Aufbau ist aktuell einzigartig, ob man ihn aber wirklich benötigt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Verarbeitung und Materialqualität sind sehr gut ausgefallen. Wenn man sich das LanBoy Air so betrachtet, entsteht schnell der Eindruck ein fragiles Etwas aus Plastik vor sich zu haben. Doch weit gefehlt, dieses Case gehört mit zum stabilsten, was wir bis jetzt in der Redaktion hatten. Diese außerordentliche Stabilität, ist direkt auf den Rahmen aus Vierkantprofilen zurückzuführen. An eben diesem Rahmen werden auch die Festplatten befestigt. Auch hier zeigt Antec Pioniergeist und hängt die Platten an zwei Gummiseilen auf. Die dabei erzielte Entkopplung gehört ebenfalls zum Besten, was man in einem Seriengehäuse aktuell bekommen kann. Trotz allen Lobes hat diese Konstruktion so ihre Tücken. Dass die Festplatten im eingebauten Zustand wie eine Seilbahn an den Gummiseilen entlangrutschen können, klingt zwar lustig, ist es in der Praxis aber absolut nicht. Hier sollte der Hersteller schnellstmöglich eine praktikable Lösung finden, die Festplatten vor dem Transport auszubauen, wie von Antec empfohlen, ist jedenfalls keine.
Der augenscheinlich größte Schwachpunkt ist eigentlich auch einer der größten Vorteile. Nicht nur Unmengen an Frischluft haben durch den großzügigen Umgang mit gelochten Oberflächen ungehindert Zutritt zum Innenraum, sondern auch tonnenweise Staub. Filter gibt es an keiner einzigen Stelle, wozu auch? Das LanBoy Air hat viele größere Öffnungen, die mit einem Filter überhaupt nicht verschließbar wären. Wer sich dieses Case anschafft, wird wissen, auf was er sich einlässt. Statt vielleicht alle sechs Monate mal durch den Rechner zu putzen, darf dieses Spielchen im Dauerbetrieb mit Sicherheit alle drei bis vier Wochen wiederholt werden. Andererseits kauft sich auch niemand einen Porsche und beschwert sich anschließend über den Benzinverbrauch. Der Vergleich mit einem Luxussportwagen drängt sich einem auch beim Preis auf, rund 165€ sind für das Case fällig. Viel Geld für ein innovatives Gehäuse, das aber leider nur bedingt alltagstauglich ist, eben ganz wie ein Sportwagen.
Plus:
Minus:
Unser Dank geht an die Firma Antec die uns freundlicherweise das Testsample zur Verfügung gestellt hat.

Diskussion zum Artikel: Klick